28. Januar 2019

Heute jährt sich der Todestag von Johann Karl Wezel zum 200. Mal - Deutschlandfunk Kultur und die taz erinnern an den fast vergessenen Autor, im März erscheint sein großer Roman "Herrmann und Ulrike" in der Anderen Bibliothek

Er erscheint als Doppelband (Band 411/412) mit einem Nachwort von Wolfgang Hörner im März 2019 in der Anderen Bibliothek. Das Gespräch mit Wolfgang Hörner auf Deutschlandfunk Kultur können Sie hier nachlesen und nachhören.

 

Johann Karl Wezel (geb. 1747) stammte aus aus einfachsten Verhältnissen. Er schilderte keine Helden, sondern erzählte von einfachen Menschen, Betrug und Verrat. Er war ein satirischer, durch und durch säkularer und sarkastischer Realist, wofür er von seinen Zeitgenossen, die in der Literatur lieber von Genies, Schwärmern, Idealisten, Geistern und Gespenstern lasen, nicht belohnt worden ist.
Doch er hatte auch viele Verehrer, Christoph Martin Wieland urteilte etwa über "Herrmann und Ulrike: »Der beste deutsche Roman, der mir jemals vor Augen gekommen.".
Sein Leben endete tragisch. Er überwarf sich mit fast allen Förderern, kam mit der Zensur in Konflikt und vereinsamte verarmt und verbittert in seiner Geburtsstadt Sondershausen, wo er psychisch desolat und ohne weitere Veröffentlichungen wie unbemerkt drei Jahrzehnte dahinvegetierte und schließlich 72-jährig am 28. Januar 1819 starb.
 

"Herrmann und Ulrike", 1780 erschienen, ist mit Wielands '"Agathon" und Goethes "Wilhelm Meister" das dritte Glanzstück des deutschen Bildungsromans. Gleich in der Vorrede erklärt Johann Karl Wezel vorausschauend den Roman zur "bürgerlichen Epopöe", die das Epos der adeligen Zeit ablösen wird – und tritt in seinem monumentalen Buch den Beweis an.
Geschult an Tom Jones, dem klassisch-komischen Roman von Henry Fielding, wird der Held Herrmann am bizarren Fürstenhof des Grafen Ohlau erzogen (der dem Fürstenhof in Sondershausen gleicht, an dem Wezel groß geworden ist). Der junge Mann verliebt sich in die unkonventionelle Baronesse Ulrike und die beiden entfliehen der adeligen Welt. Sie werden getrennt und versuchen in den Städten Dresden, Leipzig und Berlin ihr Glück. Um viele Erfahrungen – Unglück und Scheitern – reicher, werden sie sich wiederfinden, ein uneheliches Kind zeugen, wieder getrennt werden, um endlich zusammenzufinden, nachdem Herrmann sich im bürgerlichen Leben bewährt hat.
In "Herrmann und Ulrike" spiegeln sich im überbordenden Personal alle Gesellschaftsschichten der Zeit, alle Sprachregister werden gezogen, von der Bauern- über die Kanzlei- bis zur Studentensprache, von Kraftausdrücken bis zum Kaufmannsdeutsch. Ein weites Panorama des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Deutschland entsteht, einschließlich lebendiger Beschreibungen der damaligen Metropolen.

 





 

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Buch zur News:

Johann Karl Wezel

Herrmann und Ulrike

»Der beste deutsche Roman, der mir jemals vor Augen gekommen.« — Christoph Martin Wieland (1780)
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Herrmann und Ulrike
68,00 EUR
03.2019
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