03. September 2018

Presseschau: Die neuesten Besprechungen im Überblick

Essad Bey, Öl und Blut im Orient

 

"Man verschlingt dieses Buch in einem Zug ... (...) Er war nicht nur einer der wenigen Vorkriegsautoren, die ein populäres, kundiges und sympathisches Orientbild vermittelten; er war von heute aus gesehen auch Urahn und Vorfahre all jener aus der islamischen Welt zugewanderten Autoren, die sich für das Deutsche als ihre Literatursprache entschieden haben. Und auch nach neunzig Jahren liest sich "Öl und Blut im Orient" wie eben erst geschrieben."
Stefan Weidner, Süddeutsche Zeitung, 31.08.2018
 

"Wirklich verlassen kann man sich in "Öl und Blut im Orient" und bei den anderen Kaukasus-Büchern nur auf eins: Man ist in den Händen eines begnadeten Erzählers. Essad Beys Kaukasus ist auf romantische Weise kriegerisch, archaisch und großherzig. Vor allen Dingen aber ist er in Fragen von Nationalität und Religion nicht engstirnig, sondern tolerant, genau wie Essad Bey selbst."
Uli Hufen, WDR 5 - Scala, 28.08.2018

 

"Die Verbindung von Orient und Okzident, schnell zum Schlagwort verkommen: Hier wird sie literarisch brillant inszeniert. (...) Die Kunst, mit der Essad Bey seine «orientalische» Identität mit dem Stil eines europäisch-kultivierten Feuilletonisten der Weimarer Republik verbindet, der er eben auch war, unterscheidet das Buch von herkömmlichen Orientreiseberichten und rückt ihn in unmittelbare Nähe zu Joseph Roth, Stefan Zweig oder Robert Musil."
Janika Gelinek, NZZ am Sonntag - Bücher am Sonntag, 26.08.2018

 

Gabriela Adameşteanu, Verlorener Morgen

 

"Ihre mehrmals gebrochenen Biographien [die der Protagonistinnen] treffen aufeinander in diesem Roman, dabei ist ein einziger Tag in Vicas Leben die Klammer, die alles zusammenhält. Ein Leben zwischen dem I. Weltkrieg, dem Terror in den 50er Jahren und den tristen 80er Jahren zieht vorüber. Gabriela Adameşteanu lässt Vica so munter wie beiläufig über Dinge plappern, die in der Ceaușescu-Zeit nirgendwo sonst in der rumänischen Literatur so explizit zur Sprache kamen."
Grit Friedrich, rbb kulturradio, 02.09.2018

 

"Als der Roman "Verlorener Morgen" (...) zur Jahreswende 1983/84 in Rumänien erschien, wurde er schnell ein literarisches Ereignis. (...) Der "Verlorene Morgen" ist ein Buch über die verlorene Zeit überhaupt. Wenn es in seinem letzten Drittel mit den Stimmen Vicas und Ivonas die Schicksale der Familienmitglieder und ihres Umfelds durch die politische Geschichte hindurch kaleidoskopisch zu Ende erzählt, erzeugt es einen melancholischen Sog, an den man sich auch nach beendeter Lektüre noch lange erinnert."
Jan Koneffke, Berliner Zeitung, 18.08.2018

 

Die Morgendämmerung der Worte. Moderner Poesie-Atlas der Roma und Sinti

 

Lesung und Gespräch auf Bayern 2: Drei großartige Schauspieler lasen aus dem Band, zudem war Dotschy Reinhardt bei Cornelia Zetzsche zu Gast, die Sendung ist als Podcast verfügbar.

"Der Poesie-Atlas der Roma und Sinti ist eine einzigartige literarische Reise von Argentinien über Europa bis Australien."
Cornelia Zetzsche, Bayern 2, 02.09.2018

 

"Die oft verfolgten und vertriebenen Minderheiten, die besonders unter dem Holocaust zu leiden hatten und bis heute in Siedlungsländern wie Rumänien anhaltender Diskriminierung ausgesetzt sind, legen hier selbst Zeugnis ab. (...) Nichts liegt dem schön gemachten Band ferner als Reisewagen-Folklore oder Zigeuner-Romantik. Es sind eindringliche Gedichte vom Überleben, aber keine Leidensgeschichten."
Ute Büsing, rbb inforadio - Quergelesen, 12.08.2018

 

Burkhard Müller & Thomas Steinfeld, Deutsche Grenzen

 

" ... das Buch von Müller und Steinfeld ist viel mehr als eine Sammlung von verschiedenen Arten von Grenzen. Denn hinter allen Geschichten und Anekdoten gibt es einen grundlegenden Gedanken: Grenzen erzählen Geschichte, und die deutschen Grenzen erzählen die bewegliche und tragische Geschichte der Mitte Europas."
Agnese Franceschin, tell - Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft, 29.08.2018

 

Klaus-Jürgen Liedtke, Nachkrieg und Die Trümmer von Ostpreußen

"Dieses Buch ist weder sentimental noch verklärend, es gaukelt kein geordnetes und damit beschönigtes Erinnern vor, es führt im Untergrund eine „Wut darauf, keinen Ort mehr zu haben“. Es ist nicht nur ein Buch über Ostpreußen, sondern die „Ortlosigkeit“ einer globalen Welt, und es weiß dabei um den schmalen politischen Grat, auf den es sich begibt. (...) Allein die Namen der Ortschaften (Kermuschienen, Riesenkirch, Beynuhnen) erzeugen einen Sog, wie bei Johannes Bobrowski, auch einem Ostpreußen. Und mit den erzählten Personen (Fritz von Farenheid, Otto Krüger, Alfred und Helmut Steinke) geht man als Leser zusehends eine eigene Verwandtschaft ein. Die Literatur als Heimat, davon handelt dieses Buch."
Dirk Pilz, Frankfurter Rundschau, 10.08.2018
 

 

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Buch zur News:

Essad Bey

Öl und Blut im Orient

Eines der Hauptwerke des "Orientalisten" Lew Nussimbaum alias Essad Bey
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Öl und Blut im Orient
42,00 EUR
06.2018
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