11. April 2017

Berliner Buchpremiere im LCB am 11.4.: "Ick kieke, staune, wundre mir" - mit Katja Lange-Müller, Ahne, Thilo Bock und Ulrich Janetzki. Weitere Lesung am 25.4. in der Buchhandlung Der Zauberberg.

Schon immer war Berlin von Zuwanderung geprägt. Die zur Metropole wachsende Stadt hat sich aller Sprachen bedient und ihre Mundart ausgeprägt: die »Berliner Schnauze«.
Von der Straße, aus den Dienstmädchenkammern und Hinterhöfen fand das Berlinerische seinen Weg auf die Bühnen der Schmalzstullentheater und bald auch in die Schreibstuben der Dichter. Was mit Adolf Glaßbrenners Eckensteher anfing, wurde von Theodor Fontane aufgegriffen, von Erich Mühsam und Max Herrmann-Neiße. Kurt Tucholsky entpuppte sich als Meister des mundsprachlichen Gelegenheitsgedichtes und Erich Weinert berlinerte noch aus dem Exil gegen die Nationalsozialisten an. Eine Mundart wurde hoffähig und manchmal auch frech und obszön.

Diese erste dokumentarische Anthologie, die sich der berlinerischen volksnahen Sprache widmet, umfasst über 250 Gedichte – von 1830 bis heute. Entstanden ist eine Berliner Kulturgeschichte »von unten«, die fast wie nebenbei auch die deutsche Geschichte der letzten zweihundert Jahre nachzeichnet – vom preußischen Selbstbewusstsein über den kaiserstädtischen Größenwahn, den Klassenkampf der Goldenen Zwanziger, den Jahren im Krieg, in denen vielen Autoren allein die Mundart als Stück Heimat blieb, bis hin zur Rückbesinnung in den Jahren deutsch-deutscher Teilung und deren Überwindung.

 

"Der Band ist eine literaturhistorische Fundgrube und ein Lesespaß mit breitem Themenspektrum." Joachim Kronsbein, DER SPIEGEL, Ausgabe 13-2017

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Buch zur News:

Ick kieke, staune, wundre mir

Die Literaturwerdung der »Berliner Schnauze« in der ersten dokumentarischen Anthologie.
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Ick kieke, staune, wundre mir
42,00 EUR
03.2017
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