21. Mai 2019

Presseschau: Die neuesten Besprechungen im Überblick

Johann Karl Wezel: Herrmann und Ulrike

Herrmann und Ulrike«, sagt Herausgeber Wolfgang Hörner in seinem informativen Dossier am Schluss des Buches, ist ein Roman der Sonderklasse, »wirklich der beste realistische Roman des 18. Jahrhunderts«, was schon Wieland wusste, eine große, freche, böse, komische Erzählung mit genauem, drastischem, auch karikierendem Blick auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten, auf Dünkel und Borniertheit auf der einen und bittere Armut auf der anderen Seite. Das figurenreiche Buch, das eine ganze Gesellschaft vorführt, hat Längen, ist aber auch von verblüffender Frische, ein starkes, amüsantes Stück Literatur." Klaus Bellin, Neues Deutschland, 2.5.2019

 

Lothar Müller: Freuds Dinge

"Bei Müller wirken die Dinge stets zweifach: zunächst einmal als konkrete Alltagsobjekte, die das Denken und Leben ihrer Zeit formen sowie dem Denken die entscheidenden Metaphern diktieren. Zugleich sind die Dinge jedoch immer auch Symbole. So liefern sie zum Beispiel in ihrer Erscheinungsform spontane Möglichkeiten der Assoziation bei den Träumenden; ... Dabei sind solche Dinge nicht mit den Objekten der Fallgeschichten identisch. Die wiederkehrenden Uhren und Wecker, all die Träume vom Zu-spät-Kommen verweisen auf eine Welt, deren Bewohner Getriebene der Zeit sind. Unabhängig von der individuellen Bedeutung für den Träumer erzählen diese Dinge die Allgemeingeschichte einer Epoche." Marlen Hobrack, Die Zeit, 16.05.2019

 

"Müller zeigt, dass Freud, wenn er vom "seelischen Apparat" spricht, immer auch an ganz reale technische Apparate denkt. Sein Buch ist eine Mythologie des Alltags, und es verdeutlich am Alltag einer Theoriebildung, dass Theorie ohne Alltag so etwas wäre wie ein Liebesgedicht eines Dichters, der noch nie verliebt war." Ronald Düker, Philosophie Magazin Nr.04/2019

 

Bettine von Arnim: Letzte Liebe

"„Es war keine wilde Liaison, aber es war eine innige Beziehung mit Händchenhalten, Umarmungen und Küssen", sagt Prof. Wolfgang Bunzel vom Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt, der bundesweit führenden Forschungsstelle zur deutschen Romantik. Der Literaturwissenschaftler hat in den vergangenen vier Jahren den Briefwechsel ausgewertet und in mühevoller Archivarbeit die Spuren Dörings verfolgt. Die Korrespondenz, die... unter dem Titel "Letzte Liebe" in der "Anderen Bibliothek" erscheint, gilt als kleine literarische Sensation. Das Buch rückt die Beziehung der beiden zurecht - 180 Jahre später." Thomas Maier, dpa, 20.05.2019

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Buch zur News:

Johann Karl Wezel

Herrmann und Ulrike

»Der beste deutsche Roman, der mir jemals vor Augen gekommen.« — Christoph Martin Wieland (1780)
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Herrmann und Ulrike
68,00 EUR
03.2019
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