17. Januar 2019

Presseschau: Die neuesten Besprechungen im Überblick

Arnold Höllriegel, Die Derwischtrommel. Das Leben des erwarteten Mahdi

"Auch fast 90 Jahre nach ihrem Erstveröffentlichung bietet die Romanbiografie des fanatischen Gotteskriegers Mohammed Achmed eine mitreißende Lektüre. Arnold Höllriegels Buch kommt ohne moralische Überheblichkeit und Herabwürdigung des Fremden aus. (...) Über diese moderne Sicht hinaus besticht das Buch durch die rasante Schreibweise des Autors: Dialoge, Stimmenvielfalt, schnelle Wechsel der Schauplätze, kontrastierende Eindrücke, kurze, intensive Schlaglichter, reflexive Passagen, Tagebuchnotizen, innere Monologe der Figuren, spektakuläre Einzelszenen fügen sich so zusammen, dass die Lektüre zum Cinema-Scope-Erlebnis wird."
Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur, 14.01.2018

Daniel Defoe, Der Consolidator

"Unter jenen Schriftstellern, deren Werk durch ein politisches Engagement begleitet wird, nimmt Daniel Defoe zweifelsfrei einen der ersten Ränge ein. (...) Genau genommen muss der Roman als ein Versuch verstanden werden, die Entstehung des modernen Britanniens in einem Akt der Selbstbespiegelung noch einmal in den Blick zu bekommen. Hierzu greift Defoe auf die Textsorte der Mondfantasie zurück ... (...) Defoes Satire kennt die Genretradition zwar bestens und spielt auch mit ihr. Mit ihren Vorgängertexten verbindet sie gleichwohl vor allem eines: der Reiz des außerirdischen Mediums, dessen Bedeutung für das Projekt der europäischen Aufklärung vielleicht nirgends so präzise erfasst wurde."
Philipp Theisohn, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2019

 

Jules Verne, Die Jangada

"Eine lohnende Wiederentdeckung ... (...) Vernes Vorstellungskraft jedenfalls ist enorm, und in seinem Roman „Die Jangada“, der jetzt nach über 130 Jahren in „Die Andere Bibliothek“ wieder auf Deutsch erschienen ist, wird dem Leser die exotische Welt des Amazonas schillernd vor Augen geführt. (...) Da reist man als Leser gerne mit, immer  auf der Jagd nach dem Inhalt eines  geheimnisvollen  Zettels,  auf dem in Geheimschrift eine wichtige Botschaft versteckt ist."
Christian Muggenthaler, Verlagsgruppe Landshuter Zeitung/Straubinger Tagblatt, 12.01.2019


"Es gibt Bücher, die schon allein durch ihre Aufmachung beeindrucken. Dazu gehören die Bände der Reihe „Die andere Bibliothek“. Lesebändchen, feinster Leineneinband, wunderbarer Druck. Als neuestes bibliophiles Buch dieser Bibliothek ist jetzt „Die Jangada“ von Jules Verne herausgekommen. (...) Das Buch wirkt wie eine französische Antwort auf Karl May, ist aber besser geschrieben. In dieser Ausgabe sind auch sämtliche Illustrationen zu sehen, die in den französischen Ausgaben ab 1901 zu finden waren. Sehenswerte Bilder in einem lesenswerten Buch."
Jürgen Feldhoff, Lübecker Nachrichten, 15.12.2018


Gabriela Adameşteanu, Verlorener Morgen


Gabriela Adamesteanus Roman ist "Buch des Monats" im Januar 2019 auf Ö1! Die Jurybegründung: "Eine allwissende, personale Erzählerin, innerer Monolog, Traumszenen und Dokumente - eine mit allen Wassern der Moderne gewaschene Autorin kurvt durch das rumänische 20. Jahrhundert. ‚Verlorener Morgen‘ ist ein großer erzählerischer Wurf."

"Gabriela Adamesteanu hat in ihrem Roman "Verlorener Morgen" mit scharfem Blick auf die Menschen in Bukarest geschaut, auf die Zeit seit dem Ersten Weltkrieg bis 1983, kurz bevor Ceausescu an die Macht kam. (…) Ein großer Roman."
Erika Achermann, St. Galler Tagblatt/Luzerner Zeitung, 03.01.2019

Auch der Perlentaucher-Bücherbrief  führt "Verlorener Morgen" unter den besten Büchern im Januar 2019 - und eine begeisterte Besprechung von Andreas Platthaus können Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nachlesen.

Apuleius, Metamorphosen oder Der goldne Esel

"Es ist nicht Unterhaltungsliteratur, aber es ist wahnsinnig unterhaltende Literatur. Man darf sich nicht abschrecken lassen davon, dass es heißt, der einzige lateinisch überlieferte Roman der Antike, es ist ein wahnsinnig aufregendes, wirklich Vergnügen bereitendes Werk."
David Wagner, MDR Kultur – Unter Büchern, 05.01.2019

Friedrich Luft, Über die Berliner Luft

"Luft verstand es, komplizierte Sachverhalte entwaffnend einfach zu kommentieren, in der Vielfalt der Ereignisse einen klaren Kurs zu verfolgen und seine kritische Meinung mit Entschiedenheit vorzubringen. Seine brillanten Feuilletons aus der Zeit vom Kriegsende bis zum Mauerfall, die hier in einem lesenswerten Band ausgewählt und versammelt sind, beschränken sich nicht nur auf das Theater, sondern sie lassen auch immer viel vom Zeitgeist im geteilten Berlin, von der speziellen Front-Mentalität der Berliner und vom kulturellen Klima der Nachkriegszeit spüren.“
Badische Neueste Nachrichten, 15.01.2019

"Der frühere Rundfunkredakteur Wilfried F. Schoeller hat die Beiträge ausgewählt und mit einem klugen Nachwort über die „sprachlichen Luftgebilde“ versehen. (…) Schön, dass diese Luftiaden nun wieder zwischen zwei Buchdeckeln zugänglich sind. Alles höchst geschmackvoll, auch der tiefblaue Leineneinband und das etwas lichtere, luftigere Blau der Lettern.“
Volker Oesterreich, Rhein-Neckar-Zeitung - Magazin, 05.01.2019

"Friedrich Luft, der große Feuilletonist, ging den Fragen des Alltags mit feiner Ironie und stilistischer Eleganz nach. Seine aufmerksamen Beobachtungen zeigen, wie vielfältig das Feuilleton in seiner goldenen Zeit war. (...) Die Auswüchse der Zeit prüft er mit kritischem Blick, ohne jemals in ein „Früher war alles besser“ zu verfallen – ob es nun um den aufkommenden Starkult, die Debattenkultur oder Geschwindigkeitsrausch und Leistungszwang geht."
Tobias Lehmkuhl, Deutschlandfunk - Büchermarkt - Buch der Woche, 16.12.2018

Wilfried Ihrig/Ulrich Janetzki, Die Morgendämmerung der Worte

"Als eine zarte und zugleich entschiedene Geste gegen die Marginalisierung und Ausgrenzung dieser Kultur lässt sich "Die Morgendämmerung der Worte. Moderner Poesieatlas der Sinti und Roma" lesen. (…) Die Vielfalt der Gedichte ist immens. Sie bringen einem die Kultur und Geschichte – oft Leidensgeschichte – nahe, aber auch die Symbolik, den Stolz auf und die Lust an ihrer Kultur.“
Beate Tröger, literaturblatt für Baden-Württemberg, Januar/Februar 2019

""Die Morgendämmerung der Worte" ist ein Schatz. Viele der in diesem Buch veröffentlichten Gedichte lagen lange im Verborgenen, mussten erst entdeckt und gehoben werden."
Susanne Lenz, Berliner Zeitung, 10.01.2018

Carsten Niebuhr, Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern

"Wir erfahren Gewohnheiten und Bräuche der jeweiligen Länder, es finden sich wunderbare Zeichnungen und Kupferstiche  von Wassermaschinen, von Kopfbedeckungen, von Tänzen und sogar von Leibesübungen. Wir finden Landkarten und Stadtpläne, Abbildungen von Gebäuden und Palästen, von Schriftzeichen und Schriften  und vieles mehr. Das Schönste jedoch: Carsten Niebuhr hat einen nahezu vorurteilslosen Blick auf diese für ihn neue Welt. (...) „Reisebeschreibungen nach Arabien“ ist ein großartiges Lese -und Schmökerbuch."
Martina Boette-Sonner, Bayern 2 - Diwan, 23.12.2018
 
"Niebuhrs "Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern" ist eine feine Kulturgeschichte und kompakte Darstellung der erstaunlichen Strapazen unterwegs. Mal ist er an Ruhr erkrankt, mal fehlen die Kamele am verabredeten Ort, mal wird er von neugierigen Frauen bestürmt. Doch nichts von alledem lässt ihn am Nutzen seiner Reise zweifeln.“
Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau, 17.12.18

zurück

Buch zur News:

Arnold Höllriegel

Die Derwischtrommel

Aufstand gegen das koloniale Europa
Mehr
Die Derwischtrommel
42,00 EUR
12.2018
1 x 'Die Derwischtrommel' bestellen Warenkorb