19. Dezember 2018

Blick hinter die Kulissen: Die Gestalterin Sarah Winter über »Die Jangada« von Jules Verne

Jules Verne erkundet den tropischen Regenwald und erzählt eine packende Abenteuergeschichte rund um den Plantagenbesitzer Joam Garral, der fälschlicherweise zum Tode verurteilt wurde.

Sarah Winter hat den Band gestaltet und schildert uns im Folgenden ihre Herangehensweise:

 

Ein riesiges Floß gleitet über den Amazonas durch den Dschungel – »Die Jangada« – ein fantastisches Gefährt unter Segel, auf dem Menschen, Tiere und Pflanzen, ja ein ganzes Dorf Platz gefunden haben. Der Kapitän der Jangada, der Plantagenbesitzer Joam Garral, seine Familie, Reisebegleiter und ein unheimlicher Passagier beginnen ihre berühmte Reise.

Jules Vernes aufregender Abenteuerroman besitzt eine fantasievolle Zeitlosigkeit, die auch heute nicht an Spannung, Staunen und Strahlkraft verloren hat. Mein Gestaltungsansatz wollte ebendiesem Phänomen folgen, Klassik und Moderne verbinden und so eine ähnlich zeitlose und ansprechende Buchgestaltung entwickeln, die über Generationen hinweg anspricht.

Für die Schlaufe, die das fein ausgestattete Buch umhüllt, habe ich eine Illustration entwickelt, eine Montage aus alten Stichen, wie man sie auch in der Originalausgabe des Buches von 1881 findet. Aus dem Dickicht des Dschungels heraus sehen wir »Die Jangada« über den blauen Flussstrom durch die in allen Grüntönen leuchtende Dschungelatmosphäre gleiten. Beim genauen Hinsehen kann man das Herrenhaus auf dem Floß erkennen, die kleine Kapelle, die Behausungen der mitreisenden Eingeborenen, Pflanzen, die Segel und sogar den Steuermann, der das riesige Floß auf Kurs hält. Im Vordergrund schaut ein Mann mit Fernglas zwischen den Blättern des Dschungels hervor – der Waldkapitän Torres. Er verfolgt einen Affen, der ihm ein geheimnisvoll verschlüsseltes Schriftstück entwendet hat. Diese Schlüsselszenen des Buches, detailgenau konstruiert und zeitgemäß koloriert, wollen einladen, auf eine aufregende Reise von 800 Meilen über den Amazonas.

Zieht man das Buch aus seiner schützenden Hülle, strahlt der Bucheinband in einem hellen, präsent leuchtenden Grün. Auf dem vorderen und hinteren Buchdeckel sind alte Pläne gedruckt. Wer möchte, kann sich hier über die Geografie und die Reiseroute des bevorstehenden Abenteuers informieren.

Öffnet man das Buch, überrascht das Vorsatzpapier in aufregendem Orange. Farblich korrespondiert es mit dem Schriftzug des Titels auf der Buchschlaufe und verbindet auch auf dieser Ebene die verschiedenen Elemente des Buches.

Das Abenteuer in Buchform ist im Innenteil in zwei Bände unterteilt. Beide Teile sowie der ihnen folgende Anhang werden mit einer grünen Schmuckseite und einer stimmungsvollen Abbildung eröffnet. Die Buchstruktur wird so angenehm übersichtlich, und die grünen Flächen lassen farbig atmen. Weitere wunderbare Abbildungen der Originalausgabe, insgesamt 90 Stück an der Zahl, begleiten den Text.
Als Textschrift habe ich die »Livory« gewählt, eine von den Französischen Renaissance Antiquaschriften beeinflusste Serifenschrift, die für das Lesen von langen Texten entwickelt wurde. Das organische Aussehen und ihre warme Atmosphäre korrespondieren wunderbar mit Inhalt und Gestaltung des Buches. Eine Auswahl schöner Ligaturen will bei der Lektüre erfreuen. Kombiniert habe ich die »Livory« mit der sachlichen aber charaktervollen »Neutraface«, eine serifenlose Linear-Antiqua, die hier in Überschriften, Kolumnentiteln und anderen Auszeichnungen gut im Kontrast wirkt.

Die Segel sind gehisst, die Farben gewählt, Passagiere und Buchstaben haben ihren Platz gefunden, die Reise kann beginnen!
 

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Buch zur News:

Jules Verne

Die Jangada

Auf einem fantastischen Floß den Amazonas hinunter
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Die Jangada
42,00 EUR
11.2018
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