06. November 2018 19:30 Uhr - Luftraum, Maienstr. 4, 10787 Berlin-Schöneberg

"Über die Berliner Luft" von Friedrich Luft - Buchpremiere mit Wilfried F. Schoeller und Christian Döring in Friedrich Lufts ehemaligem Wohnhaus, es liest der Schauspieler und Sprecher Frank Arnold

Einlass ab 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei. Für unsere Planung bitten wir Sie, sich per E-Mail an presse@die-andere-bibliothek.de zur Veranstaltung anzumelden.

 

In seinen Feuilletons schaute Friedrich Luft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur deutschen Wiedervereinigung auf das Berlin der Sektoren, auf die geteilte Stadt und ihre Bewohner. Zugewandt und wohlwollend beobachtet der Theaterkritiker, der sich als wöchentliche »Stimme der Kritik« des RIAS unvergessbar gemacht hat, wie die Berliner angesichts von Verwüstung, Mangel und Bedrohung ihr eigentümlicher Witz nicht verlässt.

In Berlin begegnet er »Sokrates beim Bier« und schreibt »Wider den Hochmut der Frühaufsteher«. Doch sein Blick geht weiter, richtet sich auf die westliche Hemisphäre während des Kalten Krieges. Er bringt den vom Krieg Versehrten und Erschöpften 1946 erste Nachricht von dem wundersamen Leben der tüchtigen Amerikaner. Er telegraphiert aus Paris, berichtet von den Olympischen Spielen in London.

In seinen Prosaminiaturen lässt er das Panorama der ganzen Welt zu jener Zeit entstehen. Jede seiner Kolumnen und jeder Aufsatz spricht von der Liebenswürdigkeit des schlichten Menschen und vom Charme der Dinge des Alltags. Friedrich Lufts Feuilletons sind zeitlos. Wilfried F. Schoeller hat sie aus fünf Jahrzehnten publizistischen Wirkens von Friedrich Luft gesammelt und ihnen ein einsichtsreiches Nachwort beigegeben.
 

Friedrich Luft wurde am 24. August 1911 in Berlin-Friedenau als Sohn eines Berliner Studienrats und einer Schottin geboren. Sein Studium musste er beenden, nachdem er in eine Prügelei mit Nazi-Kommilitonen geraten war; er begann, Feuilletons zu schreiben. Nach dem Krieg machten die Amerikaner ihn, der unverdächtig war, mit dem Nationalsozialismus sympathisiert zu haben, schnell zum Feuilletonchef der Berliner Ausgabe der Neuen Zeitung. Berühmt wurde er jedoch als „Stimme der Kritik“ der DIAS (später RIAS), mit der er seit 1946 über 44 Jahre und tausende von Sendungen lang die Premieren und Aufführungen, Moden und Entwicklungen auf den Berliner Theaterbühnen kommentierte und „kritisch“ begleitete. Er starb am 24. Dezember 1990 – die Trauermesse für ihn wurde in der selben Kirche in Berlin-Friedenau gefeiert, in der er auch getauft worden war.
 

Wilfried F. Schoeller, 1941 in Illertissen geboren, war Leiter der Abteilung »Aktuelle Kultur« beim Hessischen Rundfunk/Fernsehen sowie Begründer und langjähriger Moderator der Sendung »Bücher, Bücher«. Er publizierte u. a. Monografien über Heinrich Mann, Michail Bulgakow, Jorge Semprun und Warlam Schalamow. Zudem gab er das Gesamtwerk von Oskar Maria Graf heraus. Schoeller ist Verfasser zahlreicher Literaturfilme und Hörspiele, war Kurator mehrerer Literaturausstellungen und lehrte als Professor für Literatur des 20. Jahrhunderts.

 

zurück

Buch zur News:

Friedrich Luft

Über die Berliner Luft

Für seine Kritiken ist der Rundfunk-Solitär Friedrich Luft berühmt, seine Feuilletons warten noch auf die Wiederlektüre.
Mehr
Über die Berliner Luft
42,00 EUR
10.2018
1 x 'Über die Berliner Luft' bestellen Warenkorb