16. Oktober 2018

Presseschau: Die neuesten Besprechungen in der NZZ, Süddeutschen Zeitung, Frankfurter Allgemeinen Woche und auf WDR 3 und SWR 2

Gabriela Adameşteanu: Verlorener Morgen

"Wer in den achtziger Jahren ungeschminkt vom Schicksal Rumäniens im 20. Jahrhundert erzählen wollte, war wahrscheinlich ein Speichellecker des Ceausescu-Regimes – oder ein sehr mutiger Mensch. Gabriela Adamesteanu, geboren 1942, ist eine Dame; sie würde sich nie als mutig bezeichnen, obwohl ihre Haltung in der rumänischen Revolution und danach wohl nicht anders zu nennen ist: Vor dem Sturz Ceausescus unterschrieb sie einen Protestaufruf von Radio Free Europe, danach gab die Schriftstellerin, Lektorin und Übersetzerin französischer Werke die Zeitschrift "22" der Bürgerrechtler heraus. Dass sie auch in den Jahren davor nicht zu den Speichelleckern gehörte, legt ihr 1983 erschienener Roman "Verlorener Morgen" nahe. Es ist ein erstaunliches Buch: Opportunismus und Widerstand finden in einer avancierten Romankonstruktion zusammen. (...) Schon kompositorisch ist der Roman ein Meisterwerk. Zumal er Rumäniens Geschichte im 20. Jahrhundert in einen einzigen Tag packt."
Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2018

 

"Die Stimmen der Protagonisten sind von der Autorin grandios eingefangen und werden der sozialen, aber auch der historischen Situation gerecht. (…) Das Buch endet 1980, und wie dort das Leben in Rumänien porträtiert wird, ist kaum fassbar – literarisch brillant, intellektuell gnadenlos."
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Woche, 12.10.2018


Friedrich Luft: Über die Berliner Luft

"Er erzählte, was er gesehen und erlebt hatte, war als Person immer kenntlich. (...) Die Neugier auf die Unbekannten, Namenlosen nimmt besonders für diesen Feuilletonisten ein, der sich Herablassung verkniffen hat."
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018


Carsten Niebuhr: Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern (erscheint am 9.11.2018)

"... wenn es mit rechten Dingen zuginge, würden Schulkinder in Deutschland seinen Namen kennen. Es gab in der deutschen Geschichte nicht so arg viele Niebuhrs, Forscher und Entdecker, deren Reiseberichte zu lesen auch heute noch lohnt. (...) Die Andere Bibliothek hat jetzt seine "Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern" in einer prachtvollen Ausgabe neu aufgelegt. (...) Das ist ein Buch, was ein Mathematiker vor 200 Jahren geschrieben hat, aber es macht unglaublichen Spaß, das zu lesen."
Uli Hufen, WDR 3 - Gutenbergs Welt, 06.10.2018


Wilfried Ihrig / Ulrich Janetzki: Die Morgendämmerung der Worte

"Roma und Sinti kommen selten vor in der deutschsprachigen Literatur und fast genauso selten sind Bücher von Roma- und Sinti-Autoren selbst. Deshalb freue ich mich, sie zuerst auf einen Poesieatlas namens "Die Morgendämmerung der Worte" hinweisen zu können. (...) Herausgekommen ist eine Anthologie, wie es sie in diesem Umfang noch nicht gegeben hat. (...) Die Themen sind vielfältig, es geht um die Liebe und um den Tanz, um die Sprache und das Schreiben und es geht um Leben und Sterben im Ghetto, um Auschwitz und um den Krieg."
Katharina Borchardt, SWR 2, 07.10.2018



 

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Buch zur News:

Gabriela Adameşteanu

Verlorener Morgen

Unbekannte Romankunst aus Rumänien
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Verlorener Morgen
42,00 EUR
08.2018
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