01. Oktober 2018 19:30 Uhr - Literaturhaus Berlin, Kaminzimmer, Fasanenstr. 23, 10719 Berlin

Buchpremiere im Literaturhaus Berlin: "Essad Beys "Öl und Blut im Orient" - Lesung und Gespräch mit Sebastian Januszewski, Moderation Mara Delius (Literarische WELT), es liest der Sprecher Frank Arnold

»Hier entstand sein Erstlingswerk« heißt es auf einer Gedenktafel für Essad Bey am Haus Fasanenstraße 72, gleich gegenüber vom Literaturhaus Berlin. Dabei handelt es sich um den autobiographischen Bericht »Öl und Blut im Orient«, mit dem die schillernde Figur Essad Bey alias Leo Nussimbaum alias Kurban Said 1929 die literarische Bühne betrat und gleich einen handfesten Skandal hervorrief. Darüber unterhält sich Mara Delius, Leiterin der »Literarischen Welt«, deren produktivster Mitarbeiter Essad Bey Ende der 1920er Jahre war, mit Sebastian Januszewski, der über Essad Bey forscht und dem Buch ein biographisches Nachwort beigesteuert hat. Frank Arnold liest daraus vor.

Eintritt: 7 € / erm. 4 €

 

Über »Öl und Blut im Orient«:

Aiserbaidschan und die Region am Kaspischen Meer – seit dem Ölrausch Mitte des 19. Jahrhunderts im Fokus globaler Interessen, strategisches Spielfeld kolonialen Strebens und klandestines Ziel von Hitlers imperialen Plänen im Osten. Essad Beys »autobiografischer« Bericht führt in die Zeit um den Ersten Weltkrieg und präsentiert die lokalen Akteure, die ersten Ölmillionäre, ethnische, religiöse und politische Konflikte zwischen Aserbaidschanern, Armeniern und Persern, Bolschewisten und Monarchisten, Christen, Juden und Muslimen rund um die erste Rohbenzin-, die »Naphtha«-Industrie. Vor dem Hintergrund einer Weltgeschichte, die sich in den wenigen Straßen, Pfaden, Hütten und Palästen der explosionsartig wachsenden Stadt Baku abspielt, schildert Essad Bey seine eigene Kindheit und Jugend als Sohn eines Ölbarons.
Wurde die Glaubwürdigkeit der autobiografischen Details zurecht angezweifelt, lässt sich an der Eindrücklichkeit des Berichts noch die bis in die Gegenwart aktuelle Gemengelage an einer der erdölreichsten Regionen der Erde verstehen. Essad Beys Bericht verfügt über eine Authentizität, wie sie nur die Literatur auszeichnet.

 

"Man verschlingt dieses Buch in einem Zug ..."
Stefan Weidner, Süddeutsche Zeitung, 31.08.2018

 

"Beys Bericht liest sich mitunter wie ein Musterbeispiel des Orientalismus, so wie er den Nahen Osten als Mischung aus unendlicher Grausamkeit und zartester Liebe zur Poesie beschreibt. Trotzdem schlagen seine frische, plastische Erzählweise und die ironische Nonchalance, mit der er selbst die schrecklichsten Erlebnisse schildert, noch heute in Bann. Obwohl fast 90 Jahre alt, besteht die beklemmende Aktualität seines "Berichts" in dem Bild einer Zeit, die durch genau dieselben Probleme bestimmt ist, wie unsere Welt heute: Der Kampf um Energievorräte und der blutige Austrag nationaler, ethnischer und religiöser Gegensätze."
Ingo Arend, Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2018


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Buch zur News:

Essad Bey

Öl und Blut im Orient

Eines der Hauptwerke des "Orientalisten" Lew Nussimbaum alias Essad Bey
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Öl und Blut im Orient
42,00 EUR
06.2018
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