25. August 2018 - Burgerbibliothek, Münstergasse 63, 3000 Bern, Schweiz

"Der Schweizerische Robinson" von Johann David Wyss - einer der Schwerpunkte des Berner Literaturfest (22.-26.8.2018)

Der neu in der Anderen Bibliothek aufgelegte "Schweizerische Robinson" bildet dieses Jahr einen der Schwerpunkte des Berner Literaturfests. Das Buch, verfasst in Kurrentschrift vom Berner Münsterpfarrer Johann David Wyss (1743–1818), erschien erstmals 1812 und erzählt die Geschichte einer Schweizer Familie, die auf einer Insel gestrandet ist und dort, der Wildnis trotzend, zu überleben versucht. Sie bauen ein Baumhaus, betreiben Jagd, Fischfang und Viehzucht und kultivieren so die Natur – dank des handwirklichen Geschicks und der botanischen Kenntnisse des Vaters, für den die Herausforderungen des Lebens auf der Insel Anlass sind für die Weitergabe seines Wissens an die Söhne.

Die für den privaten Gebrauch und die Erziehung seiner vier Söhne verfasste Geschichte fand erst durch die Herausgabe durch seinen Sohn Johann Rudolf Wyss in den Jahren 1812/13 und 1826/27 unter dem Titel «Der schweizerische Robinson oder Der schiffbrüchige Schweizer-Prediger und seine Familie: Ein lehrreiches Buch für Kinder und Kinderfreunde zu Stadt und Land» den Weg in die Öffentlichkeit. Es folgten weitere Ausgaben in Europa und in Amerika, in denen der Ursprungstext bisweilen stark bearbeitet oder bis zur Unkenntlichkeit gekürzt wurde.
Der Schweizerische Robinson wurde in über 20 Sprachen übersetzt und ist neben dem Heidi-Roman das erfolgreichste Buch der Schweizer Literatur. Er diente auch vielfach als Vorlage für Spielfilme oder Fernsehserien. Das im besten Sinne aufklärerische Werk, das enzyklopädisches Wissen über Naturkunde, Zoologie, Technik und Mechanik vermittelt, hat sogar Jules Verne nachweislich beeinflusst und somit seinen Niederschlag in der Jugend- und Abenteuerliteratur gefunden.

Unbekannt ist heute jedoch die Grundlage der häufigen Bearbeitung, die Inspirationsquelle Jules Vernes’: der üppige Ausgangstext des protestantischen Pfarrers, den die Andere Bibliothek nun wieder in der ersten Bearbeitung durch seinen Sohn Johann Rudolf zugänglich macht – zusätzlich mit reichen Illustrationen, die Johann David und sein zweitjüngster Sohn Johann Emanuel parallel zur Entstehung des Werks angefertigt haben.
Der Schweizerische Robinson ist ein Dokument des pädagogisch-literarischen Zeitgeistes und ein Spiegel des Sozialgebildes «Familie» im ausgehenden 18. Jahrhundert. Das Originalmanuskript gehört zum Bestand der Burgerbibliothek Bern.

I. Die Burgerbibliothek Bern zeigt während ihrer Ausstellung «200 Jahre Schweizerischer Robinson. Reale und imaginäre Reisen» eine kleine Ausstellung zu Leben, Werk und der Zeit des Autors und Münsterpfarrers Johann David Wyss im Rahmen des 7. Berner Literaturfests.
Im UG der Burgerbibliothek, Salle Bongars,  Münstergasse 63, ab dem 26. Juli jeweils von 17:30 bis 18:30 Uhr.

II. Guy Krneta, Beat Sterchi, Pedro Lenz werden ihren Blick auf diese wunderbare Ausgabe werfen und versuchen, einen aktuellen Bezug herzustellen.
Mittwoch, 22. August um 20.00 Uhr in der Kapelle des GenerationenHauses.

III. Der Herausgeber der Neuausgabe des Originals, Christian Döring, und der Publizist Stefan Zweifel, der auch ein gewichtiges Nachwort zu dem Band geschrieben hat, geben einen Einblick in die Rezeptionsgeschichte und verdeutlichen, wieso der originale Schweizerische Robinson auch den heutigen Leser begeistert.
Samstag, 25. August, 15.00 bis ca. 16.40 Uhr  im UG der Burgerbibliothek, Münstergasse 63

IV. Peter Stamm liest aus seiner Nacherzählung "Der Schweizerische Robinson".
Samstag, 25. August um 15.00 bis 15.40 Uhr im Kunst- und Kulturhaus visavis an der Gerechtigkeitsgasse 44

 

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Buch zur News:

Johann David Wyss

Der Schweizerische Robinson

Ein Fund der Anderen Bibliothek im schweizerischen Bern: die Handschrift einer erzieherischen Robinsonade.
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Der Schweizerische Robinson
68,00 EUR
12.2016
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