26. Februar 2018

Presseschau: Die neuesten Besprechungen im Überblick

Moische Kulbak, Die Selmenianer


"Kulbak hatte mit der schnoddrig-expressionistischen Chronik seiner "Selmenianer" das eigene Todesurteil verfasst. Dieser Stilbruch, diese Aufrichtigkeit eines Kommunisten, der die wehrlose Humanität und Verschrobenheit "seiner Leute" nicht auf dem Altar der gleichmachenden Ideologie opfern wollte, spricht vom hohen Rang und Mut dieses Romans." Dirk Schümer, DIE WELT, 24.02.2018
 

"Ein zauberhafter Roman. Und ein Stück Weltliteratur – fast vergessen, aber zum Glück wiederentdeckt." Moses Fendel, WDR 3 - Mosaik, 13.02.2018

 

"Wie schon in seinem Roman "Montag" setzt Kulbak sich auch hier mit den Folgen der Russischen Revolution für die jüdische Bevölkerung in Russland auseinander. Die ursprünglich als Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschienenen Episoden fügen sich zu einem detailreichen, farbenprächtigen Kaleidoskop der Lebenswelt des osteuropäischen Judentums - und zur einer Chronik von dessen Untergang." Dorothea Trottenberg, ekz.bibliotheksservice, 2018/08

 

"Kulbak hat einen Humor, der seinesgleichen sucht. Eher naiv muten seine Texte anfangs oft an, bis die Sprache sich vollends verzweigt, ausdehnt und zum großen Lesegenuss wird.  Hellstes selmenianisches Leuchten! (...) „Die Selmenianer“ ist natürlich auch äußerlich wieder ein kleines Kunstwerk. Das nachtblaue Vorsatzblatt, das feine Papier, fadengeheftet und die kleinen Zeichnungen am Anfang und Ende des Buches, welches der Berliner Illustrator Christian Gralingen gestaltet hat, sind Augenschmaus." Marina Büttner, Blog literaturleuchtet, 06.02.2018


"Ein zentrales Werk der jiddischen Literatur kann man jetzt neu entdecken – und damit eine von der Neuzeit bedrohte und untergegangene Welt: Der Weißrusse Moische Kulbak schildert in „Die Selmenianer“ den jüdischen Alltag einer jüdischen Großfamilie vor, während und nach der russischen Revolution. (...) Die Geschichte der sich über mehrere Generationen in einem umfänglichen Gebäudekomplex immer weiter verzweigenden Familie des Stammvaters Reb Selmele – eben die Selmenianer auf ihrem Rebsehof – erzählt in liebevoll-ironischem Ton von Menschen zwischen Beharren und Fortschritt, zwischen Gestern und Heute." Christian Muggenthaler, Landshuter Zeitung/Straubinger Tagblatt, 27.01.2018
 


Ricarda Huch, Die Romantik


"Mit erzählerischer Leichtigkeit bringt uns Ricarda Huch das 19. Jahrhundert nahe. Fast wie ein Roman." Thomas Gralla, rbb Fernsehen - zibb, 19.02.2018



Marcel Proust, Das Flimmern des Herzens

"Stefan Zweifels Buch ist nicht nur für Proust-Nerds geeignet. Es ist vielmehr ein guter Anlass, sich – egal, ob erstmals oder wieder – auf einen Autor einzulassen, dessen Werk einem Ozean gleicht, vor dem viele zurückschrecken. Dabei braucht es keinen besonderen Mut für den Sprung: Man hat von der Lektüre dann am meisten, wenn man gleich zu Beginn jeden Widerstand auf- und sich den uferlosen Sätzen hingibt, die einen unwiderstehlich in die Untiefen der Erinnerung des Erzählers ziehen." Georg Renöckl, Ö1 - Ex libris, 18.02.2018

„Wer Prousts Hauptwerk noch nie gelesen hat, kann nun mit dem ersten großen Entwurf dazu beginnen. Wer den ersten Band von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit kennt, kann ihn nun wieder und ganz neu lesen. Und wer mit dem Ich-Erzähler schon die ganze verlorene Zeit auferstehen lassen hat, wird erstaunt sein, wie viel die ersten 100 Seiten bereits enthalten. Wie auch immer, diese Veröffentlichung der Anderen Bibliothek ist ein schönes Geschenk.“ Olaf Kistenmacher, literaturkitik.de, 06.02.2018


Edmond und Jules de Goncourt, Manette Salomon

"Jetzt ist "Manette Salomon" (1867) erstmals ins Deutsche übersetzt worden und als prachtvoller Band der Anderen Bibliothek erschienen. Um es gleich zu sagen: "Manette Salomon" braucht den Vergleich mit den Werken Zolas, Balzacs, ja Flauberts nicht zu scheuen. (…) Wir tauchen tief ein in die Welt der Bohème mit allen Liebeleien, Intrigen, Festen, Kunstgesprächen, aber auch dem materiellen Elend und enttäuschten Hoffnungen." Olaf Schmidt, Kreuzer, 2-2018

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Buch zur News:

Moische Kulbak

Die Selmenianer

Einer der literarischen Stars der jiddischen Moderne: erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt
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Die Selmenianer
42,00 EUR
12.2017
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