10. Januar 2018

Presseschau: Die neuesten Besprechungen im Überblick

Tilman Krause schwärmte in der WELT von „Manette Salomon“ der Brüder Goncourt:
„Es handelt sich bei diesem in Frankreich 1868 erschienenen Roman um nichts Geringeres als den Pariser Künstlerroman schlechthin. (…) Edmond und Jules de Goncourt kannten das Milieu. Sie hatten selbst eine Weile damit geliebäugelt, Maler zu werden. Bis sie irgendwann merkten, dass sie besser darin waren, über Kunst zu schreiben. Und die Kunst, vor allem die impressionistische, also eine Farben, Töne und Valeurs subtil schattierende Lautmalerei dann in ihre Romane zu überführen. „Manette Salomon“ ist daher voll von hinreißenden Beschreibungen nächtlicher Bootsfahrten, Pariser Dachlandschaften oder eines in hundert Facetten schimmernden Wintertags in der Kapitale, kurzum all dessen, was später Monet, Renoir, Pissarro gemalt haben.“

Niklas Bender schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Giacomo Leopardis "Opuscula moralia":
“Es ist ein großer Genuss, nach Jahrzehnten wieder zu einer Übersetzung der “Opuscula moralia” greifen zu können, noch dazu in der graphisch anregenden Gestaltung der Anderen Bibliothek.“

Carsten Hueck stellte Moische Kulbaks "Die Selmenianer" auf Deutschlandfunk Kultur vor:
"Er schildert anhand einer kleinen Siedlung und ihrer Bewohner soziale Wirklichkeit – mit Humor, Wärme und Anspielungen auf Heine, Shakespeare, Babel und Tschechow. (...) Heute liest man den Roman als historisches Zeugnis und als kraftvollen, poetischen Abschied von einer Welt, deren Untergang dem Autor schon schmerzhaft bewusst war."

Jürgen Ritte besprach Marcel Prousts "Das Flimmern des Herzens" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
"Der Anderen Bibliothek ist ein höchst gediegenes Buchobjekt gelungen, mit Vielfarbendruck zu besseren Kenntlichmachung von Streichungen und Ergänzungen, und, als Einlage, einem sehr instruktiven Faksimile des ersten Korrekturbogens. (...)  Zweifel arrangiert für den deutschen Leser nicht nur einen Blick in den Schaffensprozess, er liefert, gleichsam en passant, auch eine Neuübersetzung von "Combray". (...) Es ist dies ein kühnes, ein spannendes und ein sehr aufwendiges Unternehmen."

 

Auch Klaus Bellin zeigte sich im neuen deutschland begeistert:
"Zu verdanken ist der faszinierende Blick in die Werkstatt des Marcel Proust vor allem dem Schweizer Stefan Zweifel. Er hat nicht nur die frühe Version des Jahrhundertromans mit allen Varianten, auch den Passagen, die verworfen wurden, aus den französischen Druckbögen übersetzt (und im Vorwort sowie im Anhang kommentiert), sondern stellt im Paralleldruck auch das publizierte Eröffnungsbuch der riesigen Erzählung in eigener Übersetzung vor (...). Der Verlag, der sich der kühnen Herausforderung stellte, spricht mit Recht von höchster Satzkunst und der aufwendigsten Publikation seiner Geschichte. Sie ist ein editorisches Meisterstück, erfreulicherweise auch eine bibliophile Kostbarkeit geworden und dürfte zu den schönsten Büchern des Jahres 2017 gehören, bestechend realisiert vom Buchgestalter Jonas Vogler."

 

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Buch zur News:

Moische Kulbak

Die Selmenianer

Einer der literarischen Stars der jiddischen Moderne: erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt
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Die Selmenianer
42,00 EUR
12.2017
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