10. März 2020

Soeben erschienen: Frauenkatalog 1200, in zehn Bildern sowie ein Extradruck Die wunderbaren Falschmünzer von Rolf Vollmann

Rolf Vollmann: Frauenkatalog 1200, in zehn Bildern

 

Rolf Vollmann beleuchten das Mittelalter von einer neuen Seite, indem er sich Frauenfiguren der berühmten Romane eines Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und anderer anonymer Autoren widmet, und ihnen so im Frauenkatalog 1200, in zehn Bildern späte Gerechtigkeit widerfahren lässt. Er rüttelt geradezu an den mittelhochdeutsch-modernen Geschlechterverhältnissen und lässt Dido, Lavinia, Enite und co. höchst selbstbewusst und eigensinnig lebendig werden.

 

„Der Tübinger Autor Rolf Vollmann, Jahrgang 1934, hat sich einen Namen als ebenso gelehrter wie mitreißender Ausleger und Nacherzähler literarischer Werke gemacht, allen voran mit seinem „Roman-Verführer“ unter dem Titel „Die wunderbaren Falschmünzer“ oder auch mit dem Kompendium „Shakespeares Arche“, einer Art erzähltes Lexikon der Stücke und Figuren des englischen Autors.
Mit dem „Frauenkatalog“ knüpft Vollmann nach langer Pause in gewisser Weise daran an. In einer ausgedehnten Begehung des fiktiven Reichs von König Artus werden Szenen und Konstellationen aus den mittelalterlichen Romanen „Erec“, „Iwein“, „Parzival“, „Titurel“ und „Willehalm“, aus dem „Eneasroman“ und dem „Prosalancelot“ beleuchtet, allerdings als ein Tableau, das auch entlegene Dinge erzählend miteinander verknüpft, das die Stoffe auflöst und neu zusammensetzt und an die Stellen isolierter Beobachtungen den mäandernden Überblick setzt.“
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2020

 

Extradruck der Bände 146/147 der Originalausgabe:

Rolf Vollmann: Die wunderbaren Falschmünzer. Ein Roman-Verführer 1800–1930


»Romanführer« gibt es genug, aber sie haben einen Nachteil: Sie stehen nur zum Nachschlagen im Regal, man kann sie nämlich nicht lesen.
Rolf Vollmann zählt nicht nur Autoren auf, er ist selbst einer, und sein Buch ist eine große Erzählung, die davon handelt, was die großen Erzähler von 1800 bis 1930 alles erzählt haben. Statt eines Datenspeichers haben wir ein Buch der Verführungen vor uns. Wer es zur Hand nimmt, begegnet rund tausend Romanen aus allen europäischen und amerikanischen Literaturen und rund dreihundert Romanciers, die Rolf Vollmann uns vorstellt. Es sind Romane, die ihm gefallen haben, die er für lebendig hält und von denen er sich vorstellt, dass auch wir sie mit Lust und Liebe lesen werden — wie seinen »Romanverführer«.


„Solch ein Buch gab's noch nie und wird es wohl auch nicht noch einmal geben. Wer Vollmann kennt, den Tübinger Privatgelehrten und Autor eines schwärmerischen Jean Paul-Buches sowie vieler schöner Funkfeatures, den wird dieses Lob kaum wundern. Wer ihn nicht kennt und hört, daß hier auf 1000 Seiten 1000 Romane vorgestellt werden, der ist geneigt, sich mit einem „Nein danke“ abzuwenden. Zu Unrecht: Er weiß nicht, was ihm entgeht. Wie könnte man ihn zu seinem Besten, zu Vollmanns Roman-Verführer verführen?
Am besten so, wie Vollmann selbst: Der erzählt nämlich einfach, wie wundervoll, hinreißend, unwiderstehlich die großen Romane zwischen 1800 und 1930 sind (das ist der Zeitraum, den er behandelt), wie die Welt durch sie reicher, das Leben farbiger wird. So daß man sich fragen muß, wie man überhaupt leben konnte, ohne Henry James‘ „Gesandten“, Leo Tolstois „Kosaken“, Claríns „Präsidentin“, alles von Balzac und mindestens acht Romane von Emilè Zola gelesen zu haben. Und was das für ein Leben ist, das sich auf ein einziges, das unsrige, beschränkt.“
Martin Ebel, Deutschlandfunk, 01.01.1980



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