03. Mai 2019

Blick hinter die Kulissen: Der Buchgestalter Martin Mosch von hawemann und mosch über Johann Karl Wezels "Herrmann und Ulrike".

Um einen Roman, der vor über 200 Jahren geschrieben wurde, heute noch glaubhaft und wirksam zu präsentieren, und irgendwie auch taufrisch, darf die Gestaltung nicht zu tradiert und konservativ daherkommen. Einzig, das Leitmotiv ist bereits stilistisch seiner Zeit zuzuordnen, es gilt also, mutig und modern zu entwerfen, um der Radierung eine frische und aufbrechende Umgebung zu gestalten.
Zwei Bände, zwei Farben, das liegt nahe. Die dürfen strahlen, den modernen Ansatz des Romans spiegeln – knallen wie eine Tüte Mondamin, sagte einst ein bekannter deutscher Illustrator. Also Hellgrün und orange. Energiereich und radikal. Ebenso die Typo, ein alleiniger Einsatz einer Antiqua dieser Zeit wäre spannungsarm und wenig innovativ. Ein Konter mit der ultraschlanken Univers ist plakativ und aufrührerisch, wie Wezel einst war. Das Ganze auf einer unregelmäßigen, geometrischen Form platziert, dann haben wir die Bühne, die ein solcher Roman nach über 200 Jahren braucht. Und die er sich verdient hat.
 

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Buch zur Buchkunst:

Johann Karl Wezel

Herrmann und Ulrike

»Der beste deutsche Roman, der mir jemals vor Augen gekommen.« — Christoph Martin Wieland (1780)
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Herrmann und Ulrike
68,00 EUR
03.2019
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