Magnus Hirschfeld
Weltreise eines Sexualforschers

Hirschfeld, Magnus

Weltreise eines Sexualforschers

Buch, Christoph (Hrsg.)

Vieles an diesem Buch ist ungewöhnlich. Es beginnt damit, dass Magnus Hirschfeld bei der Abfahrt »eine Reise um die Weit weder beabsichtigt noch geplant hatte«. Auch war er kein bummelnder Tourist, sondern ein Mann mit einer Mission: Er hält auf seiner Reise - häufig zum milden Erstaunen der in der Tropensonne träge gewordenen Kolonialeuropäer - in 500 Tagen 176 Vorträge. Sein Thema ist immer das gleiche: Sexologie. Denn noch spannender als Canyons, Tempel und Grandhotels sind für ihn die sexuellen Gepflogenheiten der Landesbewohner. So steht auf Hirschfelds Besuchsprogramm ganz selbstverständlich neben dem Kirschblütenfest in Japan das Bordellviertel in Yokohama, eine Begegnung mit japanischen Frauendarstellern, die Suche nach Phallussteinen und die Beantwortung der Frage, ob es das gefürchtete »Verschwinden des Penis« tatsächlich gibt.
Bestechend ist dabei die Energie und auch die Vorurteilslosigkeit, mit der der Forscher zu Werke ging - denn neben seiner auch heute noch verblüffenden Begeisterung für die Sexualfreundlichkeit des Islam stellt er immer wieder fest, wie ungewöhnlich lebenstüchtig die Sprösslinge von Mischlingsehen sind. Kein Wunder, dass Hirschfeld bei seiner Rückkehr in Berlin wenig beliebt war und die Erstausgabe seiner Weltreise 1933 nicht dort, sondern in Zürich herauskam.

"Sein anekdotenseliges Buch wirkt wie ein riesiger Überseekoffer, der vor Souvenirs und Fundstücken aus allen Nähten platzt (...) Deshalb ist die Weltreise eines Sexualforschers nicht nur ein wertvolles Dokument für Kulturhistoriker und Orientalismus-Theoretiker, sondern auch ein Fernweh-Generator: Der Reiseliterat Hirschfeld wechselt so begeistert von Land zu Land, von der Schiffspassage zum Grand Hotel, dass man sich sofort den Tropenhelm aufsetzen und zur Feldforschung in möglichst märchenhafte Kontinente aufbrechen möchte."
Literaturen, März 2006

"Hirschfelds Reisebeschreibung besticht als Dokument einer Wissenschaftsfreudigkeit, die uns unmöglich geworden ist, als Momentaufnahme einer globalisierten Welt in den noch lichten, frühen dreißiger Jahren."
Süddeutsche Zeitung, Jens Bisky, 14. März 2006

"Insgesamt ist das Buch eine gut lesbare und durch viele Anekdoten angereicherte Mischung aus Reisebericht und wissenschaftlicher Erörterung."
Frankfurter Rundschau, 16. März 2006

"Ethnologie mal ganz anders."
Playboy, April 2006

"Reisen bildet, heißt es, und der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt. Magnus Hirschfeld hat auf dieser Reise eine Mission in Sachen Weltoffenheit und Toleranz erfüllt. Das ist das Schöne und zeitlos Aktuelle an diesem Buch."
Bayerischer Rundfunk, Diwan, Andrea Mirbeth, 29. April 2006

"Ein Buch, das man gelesen haben muss!"
Adam, März 2006

"ein eindrückliches (und zuweilen amüsantes) Reisetagebuch von einem furchtlosen Sexologen, der erst Jahrzehnte später im Amerikaner Alfred Kinsey einen wissenschaftlichen Nachfolger fand."
Der Bund, 24. Februar 2006

"Die Weltreise eines Sexualforschers (...) ist eine wahre Trouvaille und lohnt die Lektüre unbedingt. Allerdings muss man etwas historischen Sinn und Spass am Eigentümlichen und Kuriosen mitbringen, dann aber wird man reichlich belohnt. (...) das Buch eines sympathischen, respektablen Gelehrten, der bei manchen anachronistischen und skurrilen Zügen durch seinen scharfen Blick und sein klares Urteil beeindruckt."
Deutschlandfunk, 21. Mai 2006

"Mit seinem Plädoyer für Aufklärung und Toleranz ist der unvoreingenommene Reisende, der bald darauf aus seinem Heimatland vertrieben werden sollte, in seiner Zeit eine Ausnahmeerscheinung."
Der Tagesspiegel, 31. Mai 2006

"eine kurios-erotische Tour d’Horizon, geprägt von Spürsinn und bis heute verblüffender Vorurteilslosigkeit."
Diners Club Magazin, Nr. 3/2006