Gaston Salvatore
Waldemar Müller

Salvatore, Gaston

Waldemar Müller

Ein deutsches Schicksal in 23 Folgen

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Die Heldentaten eines ewigen Verlierers
Waldemar Müller, diese Ausgeburt der achtziger Jahre, ist, rechtzeitig mit der Einheit aller Deutschen, die er verkörpert, wieder auferstanden, nachdem er den größten Teil der schönen, öden achtziger Jahre im Tiefschlaf verbracht hatte. Anderswo wäre eine solche Figur längst zum Helden einer endlosen Serie avanciert; aber für das deutsche Fernsehen ist Waldemar Müllers Komik zu tückisch, und so müssen wir froh sein, daß wir seine Abenteuer nachlesen können.
Waldemars Ähnlichkeiten mit jedem seiner Leser ist keineswegs zufällig. Damit sie ans Licht treten, muß unser Held sich in immer neuen Verwandlungen durchs Leben schlagen: als Reporter auf dem Wirtschaftsgipfel, als Flüchtling, als Filmemacher, als Geistheiler. Günter Wallraff ist nichts gegen Müller, der als Projektleiter in China ebenso Schiffbruch erleidet, wie als Bundestagsabgeordneter oder als Strohmann eines türkischen Unternehmers. Er organisiert den Aufschwung Ost, er besiegt die Stasi, er schafft Ordnung als Ausländerbeauftragter und Chaos als Skin. Als ewiger Verlierer ist er unbesiegbar.
Gaston Salvatore hat mit diesem moralischen Comic-Strip, mit dieser rasanten, rührenden, gnadenlosen Serie auch eine Geschichte der Bundesrepublik geschrieben, in der sich die Erfolgsstory der letzten zwanzig Jahre als eine Abfolge von tragikomischen Pleiten erweist.