James Thurber
Vom Mann, der die Luft anhielt

Thurber, James

Vom Mann, der die Luft anhielt

Und andere Geschichten

Ausgewählt von Hans Magnus Enzensberger, aus dem Englischen von Reinhard Kaiser

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Auch dem Mark Twain des 20. Jahrhunderts ging es anfangs nicht anders als anderen: »Das Interesse der leitenden Redakteure war – mit Ausnahme des New Yorker-Verlegers – eher journalistischer denn inhaltlicher Natur: Sie wollten wissen, ob ich bei Mondlicht zeichne oder unter Wasser – und wenn ich verneinte, verloren sie das Interesse, bis ihnen das Gerücht zu Ohren kam, dass ich die Zeichnungen in einer alten Truhe gefunden hätte oder dass ich nur die Textzeilen mache, während mein Neffe zeichnet.« Trotzdem machten seine Geschichten den fast blinden Schriftsteller, Cartoonisten und Wirklichkeitsverrücker James Thurber zu Amerikas berühmtestem Humoristen. Seine meist im New Yorker erscheinenden Kurzgeschichten, Skizzen, Szenen, Parabeln, Fabeln und Sketche lösten eine Welle des Thurberism aus, man erzählte sich seine neuesten Einfälle beim Einkaufen weiter, er bekam waschkorbweise Leserpost, wurde zum Ehrendoktor ernannt und überhaupt weltberühmt.
Bis heute ist sein scheinbar netter und doch ziemlich hinterhältiger Witz so zeitlos wie wirkungsvoll – die vorliegende, von Hans Magnus Enzensberger besorgte Auswahl stellt dies nachdrücklich unter Beweis.

»... eine köstliche Auswahl aus dem Werk Thurbers. ... Zu bewundern ist darin der sardonische Stilist Thurber, dessen scharfer Blick die Gesellschaft und ihre soziale Ordnung in ihrer ganzen Labilität und unwahrscheinlichen Balance erfasst.« Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung vom 2. Januar 2006

»Seine Alltagsgeschichten, Fabeln und Zeichnungen sind zugleich süß und bitter wie Herrenschokolade. ... Wie einen Handschuh stülpt er seine naive und doch kunstvolle Sprache über die größten seelischen Abgründe.« Rheinischer Merkur vom 2. Februar 2006

»Selten gingen Bild- und Wortwitz eine so glückliche Verbindung ein wie in diesen zerrütteten Verhältnissen.« Gabriele Killert, Die Zeit vom 9. November 2006

»... ein wunderbares Buch, das vor intelligentem Witz nur so sprüht.« Main Post vom 23. Dezember 2005

»Skurril, hintergründig, zeitlos — James Thurbers Storys, Fabeln, und Cartoons machen süchtig.« Buchmarkt vom Januar 2006

James Thurber, geboren am 8. Dezember 1894 in Columbus, Ohio, studierte von 1913 bis 1918 an der Ohio State University und war danach kurze Zeit im Außenministerium als Chiffrierbeamter beschäftigt. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitet er als Zeitungsreporter in Columbus, Paris und New York. In Paris war er für die französische Ausgabe der Chicago Tribune tätig. Im Jahr 1927 wird Thurber in die Redaktion des New Yorker aufgenommen, in dem von nun an die meisten seiner Geschichten und Zeichnungen veröffentlicht werden. 1929 erschien seine erste Buchveröffentlichung »Is Sex necessary?« (zusammen mit E. B. White), der fast vierzig weitere Bücher folgten.

In den dreißiger Jahren verschlechtert sich sein Augenlicht mehr und mehr – Spätfolge eines Unfalls von 1902, bei dem der Achtjährige das linke Auge verlor –, bis er schließlich, fast völlig erblindet, das Zeichnen ganz aufgibt. Er stirbt am 2. November 1961 in New York. Sein umfangreiches literarisches Werk umfaßt neben Kurzgeschichten, Fabeln, Märchen und Cartoons auch Essays, Sketche und ein Theaterstück. Heute zählt James Thurber zu den Klassikern der amerikanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts.