Kati Marton
VOLKSFEINDE

Marton, Kati

Volksfeinde

Der Weg meiner Familie nach Amerika

Deutsche Erstübersetzung aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer

»Sie öffnen die Büchse der Pandora«, wurde Kati Marton gewarnt, als sie Einsicht in die geheimpolizeilichen Akten über ihre Familie in Budapest beantragte.

Kati Martons Eltern entstammten der Welt des untergegangenen jüdisch-ungarischen Großbürger­tums. Sie verschwiegen ihre Herkunft. Und sie berichteten als letzte unabhängige Journalisten aus Budapest für die Amerikaner. Das machte diese »Volksfeinde« zu Zeiten des Kalten Krieges wert­voll für beide Seiten. Die Geschichte der Martons, sowohl während der Nazizeit als auch unter den Kommunisten, birgt viele Rätsel. Der große braune Archivumschlag, den die Eltern nie öffneten, enthüllte Kati Marton viele Wahrheiten: geheime Liebesaffären, Verrat, Folter – und neben erstaunlichem Mut tiefe familiäre Liebe. Sie machte sich auf die Suche nach ihren Eltern.

Kati Marton erinnert sich an die ungarische Historie und ein drama­tisch erlebtes Familientrauma, indem sie sowohl die Geheimakten über ihren Vater, ihre Mutter und beider Töchter als auch Dutzende von Interviews zugrunde legt. Sie bezeugen, in welchem Maße die Martons von Freunden, Kollegen und sogar dem französischen Kindermädchen überwacht wurden.

Kati Marton berichtet von der Sowjetisierung Ungarns, demokra­tischen Hoffnungen und der tragi­schen Revolution von 1956, von der Verhaftung ihrer Mutter und ihres Vaters, den Schauprozessen, der Verurteilung und Ausreise sowie vom triumphalen Neuanfang in den Vereinigten Staaten. Aber sie enthüllt auch: In dem geheimen Kalten Krieg zwischen Washington und Moskau waren Kati Marton und ihre Familie nur Schachfiguren in einem größeren Spiel.

 

»Es geht um Liebesaffären, Verrat, Folter, aber auch Mut und tiefe familiäre Liebe.« Passauer Neue Presse vom 26.06.2014

»Die Journalistin Kati Marton ... hat ihren mutigen ungarischen Eltern in einer minuziös recherchierten Biografie ein literarisches Denkmal gesetzt ... Marton ist mit ihrem Buch ein sensibler Bericht gelungen, in dem auch das Schweigen der Eltern über schwierige Entscheidungen nachvollziehbar wird.« NZZ vom 12.12.2013

»Die Autorin arbeitete sich durch ein Konvolut von Akten, Dokumenten und Briefen, sprach mit Zeitzeugen. Dadurch gelingt ihr nicht nur eine spannende Erzählung über die Leidens- und Erfolgsgeschichte ihrer Familie, sondern auch das detailreiche Porträt der ungarischen Nachkriegshistorie.« Lisa Forster, SZ Extra, 29.08.2013

»Kati Martons Buch ist ein atemberaubendes Zeitdokument, das tiefe Einblicke in die Arbeits- und Denkweise von Geheimdiensten gibt, weit über die Zeit des Kalten Krieges hinaus.« Harry Nutt, Berliner Zeitung & Frankfurter Rundschau vom 10.8.2013

»Volksfeinde (Die Andere Bibliothek) ist eine bewegende Spurensuche – auch nach dem, was Familie ausmacht.« Kai Mühleck, Börsenblatt vom 14.03.2013

Kati Marton wurde 1949 in Budapest geboren und entkam 1957 mit den Eltern und der Schwester in die USA. Sie arbeitete als Nachrichtenkorrespondentin bei NPR und ABC News und ist Autorin u. a. des New York-Times-Bestsellers Die Flucht der Genies: Neun ungarische Juden verändern die Welt, der als Band 303 in der Anderen Bibliothek erschienen ist. Kati Marton lebt in New York.

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