Fred Licht
Villa Ginestra

Licht, Fred

Villa Ginestra

Aus dem Englischen von Angela Praesent.

»Dieser Roman ist eine erhabene Feier von Extravaganz, Leichtigkeit und Verschwendung - und dem Schmerz über ihr Verschwinden. Ein subtil-ironischer Blick in die Psyche des europäischen Geldbürgertums«
Es ist eine eigenwillige Gesellschaft, die sich in den dreißiger Jahren in der florentinischen »Villa Ginestra« gefunden hat: Die exzentrische Besitzerin und Gastgeberin Renée, die dem alten europäischen Geldadel entstammt und ihr Talent für gewinnbringende finanzielle Investitionen mit der selbstlosen Förderung von Kunst und Kultur verbindet. Ihr Neffe Harry, der seine Tante für ihre Großzügigkeit bewundert und sich zugleich den Erwartungen seiner Eltern durch die Sorglosigkeit eines jungenhaften Müßiggängers entzieht. Und Craig Perrin, ein scharfzüngiger Engländer, der seine Rolle als professioneller Gast mit all der entwaffnenden Dreistigkeit spielt, die seine finanzielle Mittellosigkeit verlangt.
Was die drei verbindet, ist der Wille, der äußeren Welt im faschistischen Italien einen Ort entgegenzusetzen, an dem die Nomaden, die Gestrandeten und Verfolgten der europäischen Intelligenz, für eine Weile Zuflucht finden. Doch je mehr Freunde und Gäste der »Villa Ginestra« der Bedrohung des heraufziehenden Weltkrieges durch die schützende Routine von Frühstück, Arbeit und kultureller Zerstreuung trotzen wollen, je mehr das Alltagsleben zum unverzichtbaren Schmerzmittel gegen Angst und Misstrauen wird, desto brüchiger wird der Kitt von Menschlichkeit und Würde, der die »Villa Ginestra« von dem Pessimismus der Wirklichkeit trennt.
Während Krieg und Faschismus Europa überziehen, bleibt die Villa Ginestra mitsamt ihrem Publikum und ihren Gästen das magische Zentrum von Harrys Sehnsucht, ein Paradies und ein verwunschener Ort, aus dem ihn vielerlei Sendschreiben erreichen, die immer wieder einen noch ungeahnten Aspekt von Renées Person beleuchten. Indem der Ich-Erzähler stets weitere Schichten des Beziehungsgeflechts dieser Frau ergründet, erforscht er mit subtiler Ironie die schillernden Facetten einer Mentalität: die Psyche des amerikanisch-europäischen Geld- und Bildungsbürgertums im 20. Jahrhundert. Ein wunderbar leichter, von eleganter Prosa funkelnder Roman.

"Für seinen ersten Roman inszeniert Fred Licht ein betörendes Ambiente ... Auf den ersten Blick ein kulinarischer Schmöker: Wer wäre denn nicht gerne zu Gast in der Villa Ginestra? Licht versteht es großartig mit solchen Phantasien zu spielen."

(Tobias Heyl, Süddeutsche Zeitung, 21. März 2009)

"Licht, den mit seinen Romanfiguren die Liebe zur Kunst verbindet, überrascht den Leser mit immer wieder neuen Wendungen und Einblicken in das Wesen seiner Charaktere, in einer Sprache, die so leicht, heiter und geschliffen ist wie das Leben in der Villa Ginestra."

(dpa, Eva Krafczyk, 29. September 2008)

"Eine mit subtiler Ironie erzählte Parabel."

(Focus, 52/2008)

"Ein Roman mit viel Charme und tiefgründiger Unterhaltung."

(Stern, 43/2008)

"Fred Licht hat Spaß am Erzählen, das wird bei der Lektüre seines Debüt-Romans "Villa Ginestra" schnell deutlich. Souverän verknüpft er unterschiedliche Zeitebenen, Figurenkonstellationen und Erzählperspektiven miteinander — sorgfältig komponiert, aber keineswegs konstruiert."

(die tageszeitung, Antje Korsmeier, 1. November 2008)

"Ein fesselnder Roman der Psyche des Bildungsbürgertums in den 30er-Jahren in Italien."

(Icon/Welt am Sonntag, 11/2008)