Susanne Röckel
Vergessene Museen

Röckel, Susanne

Vergessene Museen

Erzählungen

Ein Kabinett kunstvoller Klaustrophobien
Die Lektüre von Susanne Röckels Romanen und Erzählungen ist immer eine Wanderung zwischen zwei Wirklichkeiten: die des Wachens und die des Traumes — und wir können niemals ganz sicher sein, in welcher wir uns gerade aufhalten.
Sechs fragwürdige Helden, sechs Geschichten in Susanne Röckels »Vergessene Museen«, und in jeder einzelnen gelingt der Autorin ein grandioses Kunststück. Mit einer rhythmisierten, präzisen, aber von aller Beengung befreiten Sprache fängt sie den Moment der Entrückung, die Irritationen, die Spiegelungen und Verästelungen des Rausches ein, in dem zuletzt nur noch die Leuchtkraft der Sprache trägt.
In den »Vergessenen Museen« tauchen wir in irreale Welten ein, die in vieler Hinsicht wirklicher sind als die Tagwirklichkeiten in ihren anderen Geschichten, offener, freier, luftiger, von sanften, manchmal von harten Winden durchweht — wie in der ersten Geschichte von einer hypnotisierend leeren und dennoch heimlich belebten Arktis — und genießen die Freiheit der Traumwirklichkeit, in der sich die kunstvollen Klaustrophobien aufheben, mit denen sie die Leser behexen kann, wie es wenige seit Kafkas epischen Fieberschüben vermochten. Die Virtuosität ihrer Sprache hat sich in diesen Geschichten in eine Musikalität übersetzt, von der wir manchmal fürchteten, sie könne aus dem Deutschen geflohen sein. In Susanne Röckels Prosa ist sie präsent.

"Dieser Erzählband hat es in sich ... Dieses Buch ist eine Entdeckung ... Röckels Museen der Angst sind ein literarisches Ereignis."
(Wolfgang Schneider, Deutschlandradio Kultur, 2. Februar 2009)

"Man liest ihre Erzählungen atemlos, gebannt von so viel Sprachkraft und so viel erzählerischer Magie"
(Tanya Lieske, Die Zeit, 26. August 2010)

"Susanne Röckels Erfindungsgabe ist außergewöhnlich, ihre Erzählsprache verbindet mühelos Epochen und Erdteile, Reportage-Elemente und den hohen Ton von Mysterienlehren."
(Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung, 4. Juli 2009)

"In ihrem bemerkenswerten Erzählband ‚Vergessene Museen’ entwirft Susanne Röckel eine elegante Poetik des Alltags."
(Kolja Mensing, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2009)

"In einer klaren und doch spannungsreichen Sprache erzählt die deutsche Autorin Susanne Röckel von Momenten, in denen Biografien einen Wendepunkt erfahren."
(Christoph Schröder, kultur-Spiegel, 2/2009)

"Da Röckel durch ihr Erzählen selbst Erinnerungen sammelt und tradiert, ist ihr Buch gewissermaßen als siebtes Museum zu verstehen, kein vergessenes allerdings, sondern ein unvergessliches, tief beeindruckendes und verstörendes. Es zieht die Leser ebenso in den Bann wie die fremden Orte die Protagonisten der Geschichten und beschäftigt sie noch weit über das Ende der Lektüre hinaus. Röckels Schilderungen sind von bezwingender Intensität, die ebenso schlichte wie klare Sprache von hoher Musikalität erzeugt Spannung und eine enorme Sogwirkung, sodass man der Erzählerin bedenken- und bedingungslos aus der Wirklichkeit in tiefere, schwer ergründliche Schichten des Denkens, Imaginierens und Erinnerns folgt."
(Isa Schikorsky, Lesart, Sommer 2009)

"Frei von jeder Überfrachtung entwickelt der Stil eine eigene, ganz besondere Musikalität."
(Schweizer Illustrierte, 1. März 2009)