Gabriele Riedle
Überflüssige Menschen

Riedle, Gabriele

Überflüssige Menschen

Ein Roman, der die wichtigste aller Fragen stellt: »Wie ist es gekommen, dass wir so alleine sind?«
Überflüssige Menschen ist ein ebenso politischer wie philosophischer Roman. Und gleichzeitig ein kunstvoll komponiertes und kontrastreiches Stück Sprachmusik, lyrisch und böse, verspielt und rau.
In einem ungewöhnlichen Sound berichtet dieser Roman von den privaten und politischen Hoffnungen eines ganzen Jahrhunderts. Erzählerin ist Natalie, eine aus dem Schwäbischen stammende Berliner Russisch-Übersetzerin, die mit der Neuübertragung von Tschechows Drama Drei Schwestern beauftragt ist. Es geht um verlorene Traditionen und um korrumpierte Utopien. Um Erinnerungen an Vorfahren, zu denen die Verbindungen abgerissen sind. Um die vermeintliche Errettung so vieler Kleinbürgerkinder durch Bildung in den 1970er Jahren. Um sozialen Aufstieg. Und schließlich um die Verlorenheit einer ganzen Generation, deren Zeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts schon wieder vorüber ist: Überflüssige Menschen – wie die Lost Generation bei Tschechow.

»Mit rhetorischer Verve und nicht ohne Selbstironie macht sie einem westdeutschen Bildungsroman den Prozess, in dem die Rettung aus nationalsozialistischem Familienschlamm und selbstzufriedener Genügsamkeit die Töchter und Söhne zu entwurzelten Einzelnen macht: allen Parteien misstrauend und bar jener naiven Entschlossenheit, die jede Bindung braucht.« Der Spiegel am 11.06.2012

»Der Preis für den besten Romantitel geht in diesem Jahr an Gabriele Riedle: 'Überflüssige Menschen'. [...] Die Stärke des Romans liegt in den vielen Szenen, die er als typische Lebenssituationen einer Generation aufruft, und in den Stimmungen, die er beschwört. Dies gilt insbesondere für die nicht wiedergutzumachende Härte, mit denen Natalies Generation den eigenen Eltern begegnet ist: Väter und Mütter galten per se als die Schuldigen.« Steffen Martus, Frankfurter Rundschau am 15.06.2012

Gabriele Riedle ist 1958 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Sie veröffentlichte vielfach ausgezeichnete Reportagen von allen Kontinenten, vor allem aus Krisen- und Konfliktgebieten zwischen Afghanistan und Libyen, Darfur und Tschetschenien. 1998 erschien Fluss, ein Roman, der gemeinsam mit Viktor Jerofejew entstand. Über ihren Roman »Versuch über das wüste Leben« schrieb Hans Magnus Enzensberger: »Riedles Prosa ist mit allen Wassern der Reflexion gewaschen und voller übermütiger Kapriolen, ihr Tempo ist furios und ihre Ambition vermessen.

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36,00 EUR
erschienen: 09.2004
Originalausgaben
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