Josè M.Eça de Queiros
Treulose Romane

Eça de Queiróz, José M

Treulose Romane

Basilio und Alves & Co

Aus dem Portugiesischen von Helmut Hilzheimer und Alrun Almeida Faria

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Für alle großen Realisten des neunzehnten Jahrhunderts war der Ehebruch ein zentrales Motiv: was sie daran interessierte, war die Möglichkeit, anhand solcher privater Konstellationen tiefer liegende Verwerfungen ihrer Welt darzustellen.
Das gilt auch für die beiden Treulosen Romane von Eça de Queirós, die einander spiegelbildlich ergänzen; zusammengenommen zeichnen sie, auf äußerst sarkastische Weise, das Porträt einer hoffnungslos stagnierenden Gesellschaft.
Im Lissabon der 1870er Jahre erbeutet der flotte Macho Basilio, eine elegante Null, ein ewiger Sieger, der über Leichen geht, seine naive, glücklich verheiratete Kusine Luisa, eine entfernte Verwandte der Madame Bovary. Neben dem ahnungslosen Ehemann fällt die vierte Hauptrolle einer dämonischen Küchenmagd zu, die ihre Herrin erpreßt. Ein happy end ist in solchen Fällen ausgeschlossen, auch wenn der schwarze Humor des Autors das Melodram auf Schritt und Tritt zersetzt.
In dem Pendant dazu, Alves & Co, wird die Tragikomödie zur Farce. Auch hier geht es um Ehebruch und Mord. Duell und Ruin; aber die Geschichte endet in einer nihilistischen Idylle, und sie zeigt die portugiesischen Sitten in einem so unbarmherzigen Licht, daß der Roman erst aus dem Nachlaß veröffentlicht werden konnte.