Gerhard Stadelmaier
Traumtheater

Stadelmaier, Gerhard

Traumtheater

Vierundvierzig Lieblingsstücke

Mit Theaterstücken kann man viel anstellen.
Für das Theater, das der Theaterbetrieb aus ihnen macht, sind sie nur Material. Für das Theater, durch das die Schauspielführer führen, sind sie nur Handlung. Für das Theater der Wünsche jedoch können sie zur reinen Lust werden: Man muss sie nur erzählen. Gerhard Stadelmaier baut hier sein dramatisches Wunschtheater auf. Frei schweifend wählt er Stücke aus, die seine Lieblinge sind (und die oft auf keinem deutschen Spielplan stehen). Subjektiv und phantastisch, witzig und wild fabuliert er sie nach, nicht pedantisch und chronologisch, sondern auf verblüffende Weise von einem zum anderen springend. Und es ergeben sich ganz unerwartete Wahl-, Traum- und Albtraumverwandtschaften. Da taucht Otto Ludwig neben Samuel Beckett auf, Herzmanovsky-Orlandos Baby Wallenstein reicht Schillers Fiesco brüderlich die Hand, der Datterich grüßt den Prometheus, gefesselt und Lessings Emilia Galotti führt mitten hinein in die Pension Schöller, aus der heraus John Websters Herzogin von Malfi mit den Wölfen heult. Auf diese Weise entsteht ein imaginärer Spielplan, der zeigt, dass das schönste Theater im Kopf stattfindet.

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erschienen: 01.1993
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