Friedrich Reck
Tagebuch eines Verzweifelten

Reck, Friedrich

Tagebuch eines Verzweifelten

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Ein hellsichtiger Reaktionär.
So furios, so haßerfüllt so rückhaltlos hat keiner in Deutschland über die Herrschaft der Nazis geurteilt. Schon 1935/36, als im In- und Ausland die meisten noch dachten. man könne sich mit Hitler arrangieren. sah Friedrich Reck mit beispielloser Schärfe, wohin der Weg führte, in die Barbarei und in den Untergang.
Das ist umso erstaunlicher, ja verstörender, da dieser Autor den Nazis nicht mit den Waffen der Aufklärung entgegentreten konnte. Im Gegenteil. Er war ein Deutschnationaler, ja, ein hoffnungsloser Reaktionär, beladen mit allen Vorurteilen einer altertümlichen Kulturkritik, der die Moderne als eine einzige Verirrung galt. Und was noch schwerer zu fassen ist: Friedrich Reck war auch ein Verschwender, ein Mythomane, der sich mühsam genug als Verfasser von Unterhaltungsromanen über Wasser hielt.
Ausgerechnet diesem Mann. und nicht den politisch korrekten Auguren der Linken, verdanken wir diese wütende Abrechnung aus dem Untergrund der dreißiger und vierziger Jahre. Halb versteckt auf einem niederbayrischen Bauernhof, beschrieb Reck nicht nur Tag für Tag die Terroristen an der Macht sondern auch ihre widerstandslose Basis in der Bevölkerung.
Die Historikerin Christine Zeile hat, mit Hilfe der Familie Reck, zum ersten Mal eine gesicherte Textgrundlage geschaffen und in einem umfangreichen Essay ein Lebensbild dieses Verzweifelten entworfen, der ein tödliches Risiko einging, um uns das Zeugnis seiner Hellsicht zu hinterlassen.