Hans Scherer
Stopover

Scherer, Hans

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Ein Jahr auf Reisen

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Ein Ticket überallhin
Ein Jahr auf Reisen: Tage und Nächte im Flugzeug, Länder im Dutzend, immer neue Schiffskabinen und Hotels - das ist doch Wahnsinn! Warum macht er das?
Hans Scherer ist ein Phänomen. Reisen, das ist für ihn nicht nur ein Brotberuf; es ist eine Obsession. Die Einwände (politisch, ökologisch, moralisch) liegen auf der Hand - sie überraschen ihn nicht; er macht sie sich zu Eigen. Insofern ist er unser Stellvertreter, ein Botschafter unserer Versuchungen.
Eines unterscheidet ihn allerdings gründlich von seinen Lesern, den Touristen: Scherer sieht genau hin, nimmt das Unerwartete wahr, reflektiert die Paradoxien des Unterwegsseins. Dies und sein lässiger wie präziser Stil verschafft ihm unter den Reiseschriftstellern deutscher Zunge eine gewisse Einsamkeit.
»Den Gegenständen meiner Erzählungen fehlt eine Rangordnung«, sagt er. Exotisch kommen ihm nicht nur Brasilia, Reunion und Tirana vor, sondern auch der Rheindampfer und der Schlafwagen nach Berlin. Die Grenze zwischen der großen Reportage und der Glosse, dem Aperçu, überschreitet er ebenso mühelos wie alle anderen Trennlinien. Es geht ihm nichts über das Unscheinbare. Manchmal sind die Nebensachen die eigentliche Sensation.
»Ich kann keinen Urlaub machen«, behauptet Hans Scherer, und nicht ohne Stolz zitiert er, was ein scharfzüngiger Kollege sagte: »Wenn ich seine Geschichten aus aller Welt lese, denke ich immer, am schönsten ist es zu Hause.«