Anselm Jappe
Schade um Italien!

Jappe, Anselm

Schade um Italien!

Zweihundert Jahre Selbstkritik

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Kennst du das Land...? - Vermutlich nicht. Unser Nachbar im Süden befindet sich in einer beängstigenden Verfassung. Das wissen die Italiener selbst am besten. Die Probleme des Landes haben tiefe historische Wurzeln. Bedeutende Autoren haben immer wieder versucht, sie ans Licht zu bringen, angefangen mit Guicciardini und Leopardi, dessen hellsichtiger »Discorso sopra lo stato presente dei costumi degl'italiani« nie zuvor ins Deutsche übersetzt worden ist. Das gilt auch für die meisten anderen Texte, die Anselm Jappe hier vorlegt. Sie stammen unter anderem von Giovanni Papini, Vitaliano Brancati, Enzo Flaiano, Pier Paolo Pasolini und Alberto Arbasino.
Das sind Autoren, die sich mit dem kurzen Atem des Journalismus nicht begnügen. In vielfältigen Formen vom Essay bis zur Reportage, von der Anekdote bis zur Polemik entwickeln sie eine Selbstkritik, die aufs Ganze zielt.
Das Bild, das so entsteht, hat mit den landläufigen hämischen Klischees ebensowenig gemein wie mit den schönfärberischen Projektionen, die viele Italienreisende im Gepäck mitbringen. Vielleicht zeigt sich im Gegenteil, dass uns die schlimmen Seiten Italiens näher gerückt sind, als uns lieb sein kann, dass wir aber auch ohne die Techniken des Überlebens, in denen man im Süden so geübt ist, in Zukunft nicht auskommen werden.
Anselm Jappe trägt zu diesem Buch eine Einleitung bei, die solche Nutzanwendungen nahelegt. Der Ehrgeiz seiner Sammlung ist es, eine Art italienischer Anthropologie zu liefern.