E. Lenk K. Kaever
Peter Kürten, Der Vampir von Düsseldorf

Peter Kürten

genannt der Vampir von Düsseldorf

herausgegeben von Elisabeth Lenk und Katharina Kaever

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Lauschangriff auf einen Mörder.
»Ein Massenmörder spielt mit einer Stadt. Düsseldorf fiebert! Das Rheinland zittert!« Das waren die Schlagzeilen in der gewittrigen Schwüle des Jahres 1929, im Endstadium der Weimarer Republik.
Wie erregt die Stimmung war, geht daraus hervor, dass bei der Polizei nicht weniger als 12.000 Hinweise aus der Bevölkerung eingingen; zweihundert Personen stellten sich freiwillig und gaben sich für den Mörder aus. Als im Mai 1930, mitten in der Wirtschaftskrise, Peter Kürten endlich verhaftet wurde, kam es zu einem der sensationellsten Prozesse der deutschen Kriminalgeschichte. Ein Jahr später wurde Kürten enthauptet. Er hatte einen Mann, vier Frauen und vier Kinder umgebracht.
Anhand der Aktenbestände des Düsseldorfer Hauptstaatsarchivs und aus anderen Quellen haben Elisabeth Lenk und Katharina Kaever diesen Fall minutiös dokumentiert, angefangen mit der Kampagne der Medien, über Fahndung, Ergreifung und Geständnis bis zum Prozess und zur Hinrichtung. Denkwürdig sind aber vor allem Kürtens Selbstdarstellung und die Versuche der Gutachter, sein Verhalten aufzuklären. Über die Grenze, an die sie dabei stießen, sagen die Autorinnen: »Das Rasen des Einen gegen Alle wird keine Gesellschaft dulden und kein System aufheben. Kürten war ein solcher Einzelner«. Dem ist heute, sechzig Jahre später, angesichts der täglichen Berichte über Serienmörder, nichts hinzuzufügen.