Jan Stage
Niemandsländer

Stage, Jan

Niemandsländer

Reportagen aus vier Erdteilen

Aus dem Dänischen von Jörg Scherzer

Bolivien, Israel, Dogestan, Algerien, Kosovo, Cuba, Königsberg, Afghanistan - das sind einige Stationen der »Reise vom Licht in die Dunkelheit«, die Jan Stage vor 15 Jahren angetreten hat und die kein Ende nimmt. Er benimmt sich weder wie ein Tourist noch wie ein rasender Reporter. Wir haben es mit einem Erzähler vom Schlage Ryszard Kapuscinskis zu tun.
Stets auf das Schlimmste gefasst, verfällt Stage auch in den gefährlichsten Zonen der Welt nie dem journalistischen Klischee. »Ich bin ein Fremder in meinem eigenen Leben«, sagt er. »Das ist der Preis für all diese Reisen«. Eben dieser Fremdheit ist es zu verdanken, dass er überall überraschende Lebenszeichen findet. Er begegnet Leuten, die sich nicht geschlagen geben und die uns über die Abgründe der Armut und des Krieges hinweg zu verstehen geben, dass wir ihnen gleichen.
»Vor uns landeten die Adler auf der Straße und gingen nur widerwillig zur Seite. Abgesehen von einer unerklärlich großen Menge von Gummischuhen war die Fahrbahn absolut leer. Wie aus dem Wüstengeröll und der welken Vegetation gewachsen, stand plötzlich die Gestalt eines Mannes vor uns. Sein Bart war wohlgepflegt, sein Umhang bestand aus feinster Wolle, und seine Schuhe waren gut geputzt.« So beginnen die hundert politischen und menschlichen Abenteuer, von denen Stage berichtet. jedes von ihnen ist eines großen Romanciers würdig, und jedes von ihnen ist wahr.

Jan Stage, 1937 in Frederiksborg geboren, lebt mit seiner Frau, der Fotografin Julie Melchior, in Vence und in Stubekobing. Er hat Medizin studiert, war Offizier in der dänischen Armee und Mitbegründer des Kopenhagener Fjol-Teatrets. Garcia Marquez, Che Guevara und Vargas Llosa hat er ins Dänische übersetzt. Seit 1961 ist er als Korrespondent unterwegs in allen Krisenregionen der Welt. Er hat zwei Dutzend Bücher veröffentlicht, Romane, Reportagen und Drehbücher, zuletzt »Kriegskorrespondent« (1997) und »Tilfeldighedens kyst« (1998).