Amos Elon
Nachrichten aus Jerusalem

Elon, Amos

Nachrichten aus Jerusalem

1968–1994

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork

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Vom Sechs-Tage-Krieg bis zum Friedensabkommen von Oslo reichen die Reportagen und Essays des israelischen Publizisten Amos Elon, die hier zum ersten Mal auf Deutsch zu lesen sind. Ohne eine einzige Zeile zu ändern, legt der Autor Arbeiten aus nahezu dreißig Jahren vor. Das ist eine Nagelprobe, der die wenigsten Berichterstatter gewachsen wären.
Nicht im Rückblick des Historikers, sondern aus der Sicht des Augenzeugen wird hier der tragische Konflikt zwischen Juden und Arabern aufgerollt. Schon die erste Reportage, »Die Eroberer«, aus dem Jahre 1968 beweist die Hellsicht und die Urteilsfähigkeit Elons. Er hat schon damals erkannt und beschrieben, in welches Dilemma die israelische Siedlungspolitik führen mußte. Nicht nur das eigene Land, auch das ganze Umfeld von Alexandria bis Amman schildert Elon mit kritischer Sympathie und entschiedenem Urteil. Wieder einmal zeigt sich hier, was ein Journalist leisten kann, der mit den Waffen eines Schriftstellers operiert. Das deutsche Publikum wird einen klügeren Wegweiser durch das Labyrinth der Nahost-Politik schwerlich finden.

Amos Elon ist 1926 in Wien geboren. Seit 1928 lebt er in Israel. Jahrzehntelang hat er als Sonderkorrespondent, Kolumnist und Redakteur für Haaretz, die führende Zeitung des Landes, gearbeitet. Seit 1984 schreibt er vor allem für den New Yorker und für die New York Review of Books über die Probleme des Nahen Ostens. In deutscher Sprache hat er die folgenden Bücher veröffentlicht: In einem heimgesuchten Land. München 1968; Die Israelis. Gründer und Söhne. Wien 1971; Herzl. Eine Biographie. München 1974; zusammen mit Sana Hassan: Dialog der Feinde. Ein leidenschaftliches Streitgespräch um die Zukunft der Araber und Israels. Wien und München 1974; Schrei ohne Antwort. Roman. München 1980; Innenansichten einer Spiegelstadt. Reinbek 1990.