Wiliam Howard Russell
Meine sieben Kriege

Russell, William Howard

Meine sieben Kriege

Die ersten Reportagen von den Schlachtfeldern des 19. Jahrhunderts

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork

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Bis tief ins neunzehnte Jahrhundert war der Krieg eine Sache, die nur die Militärs etwas anging. Die Öffentlichkeit hatte bei ihren Entscheidungen nicht mitzureden. Das änderte sich mit dem Aufstieg der Presse. Es war eine Sensation, als die Londoner Times nach dem Ausbruch des Krimkrieges im Jahre 1853 einen Sonderkorrespondenten in die Türkei und nach Russland schickte. Über Nacht wurde dieser Reporter zu einer europäischen Berühmtheit, und seine Zeitung zu einer politischen Macht. Russells schonungslose Berichte führten in Großbritannien dazu, dass die Regierung von Lord Aberdeen zurücktreten musste.
Von da an war es um das Informationsprivileg der Generäle geschehen. Russell war immer dort zur Stelle, wo sich ein Waffengang anbahnte. Er berichtete vom Indischen Aufstand, vom amerikanischen Bürgerkrieg, von Königsgrätz, vom Deutsch-Französischen Krieg und vom Feldzug gegen die Zulus. Russell hat den Typus des Kriegskorrespondenten erschaffen und verkörpert. Er war ein unbestechlicher Beobachter und ein beachtlicher Prosaist. Seine Schilderungen zeichnen sich durch ihre Fairness und ihre Lebendigkeit aus. Man erfährt mehr aus ihnen über die menschlichen und unmenschlichen Seiten des Krieges als aus den meisten Geschichtsbüchern.