Boris Pilnjak
Mahagoni

Pilnjak, Boris

Mahagoni

Erzählungen

Übersetzt aus dem Russischen von Mascha Schillskaja, Valerian P. Lebedew, Marga Erb, Waltraud und Wolfram Schroeder

antiquarisch suchen

Pilnjak, eigentlich Boris Vogau (1804-1941), ein russischer Erzähler wolgadeutscher Herkunft, war »die beherrschende Gestalt der Sowjetliteratur in den Jahren 1921-1923« (Struve). Wenn man seine Geschichten liest, hat man nicht den Eindruck, daß sie gealtert sind. Eine anarchische Haltung verbindet sich in ihnen mit hochentwickelter formaler Technik. Lineare Handlungen gibt es nicht. Die Komposition ist mosaikartig, die Syntax eigensinnig, der Stil heterodox. Pilnjaks Mittel reichen vom dokumentarischen Zitat bis zur »ornamentalen« Prosa. Seine Erzählungen balancieren zwischen Ironie und Schrecken.
Ein Autor wie Pilnjak hatte im Stalinismus keine Chance. Schon die Titelgeschichte »Mahagoni« (die übrigens zuerst in Berlin gedruckt wurde) trug ihm 1929 wütende Angriffe ein und führte zu seinem Ausschluß aus dem Schriftstellerverband. 1937 wurde Pilnjak verhaftet. 1941 ist er in einem Lager umgekommen. 1957 hat man ihn offiziell »rehabilitiert«. Seine Werke sind in Moskau bis heute kaum zu finden.