Francisco Delicado
Lozana die Andalusierin

Delicado, Francisco

Lozana die Andalusierin

Eine Reportage in sechsundsechzig Heften aus dem Rom der Renaissance

Aus dem Spanischen von Alfred Semerau. Erläutert von Angus MacKay

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Eine Reportage in sechsundsechzig Heften aus dem Rom der Renaissance
Rom zu Anfang des 16. Jahrhunderts: die Hauptstadt der Christenheit ist zur babylonischen Hure geworden. Kardinäle und Zuhälter, Fürsten und Betrüger, Söldner und Kurtisanen, Scharlatane und Gelehrte, Killer und Quacksalber reiben sich auf ihren Gassen die Ärmel. Die Bevölkerung der Stadt besteht fast ausschließlich aus Parasiten.
Die Loszana andaluza, eine Folge von 66 Dialogen, ist ein springlebendiger Cicerone durch das soziale Unterholz dieser ausschweifenden Kapitale, halb Sozialreportage, halb komödiantische Fiktion. Nicht die höfische Perspektive des Vatikans und der Aristokratie herrscht hier vor, sondern der Blick von unten. Die Titelheldin, eine Arbeitsemigrantin aus der fernen spanischen Provinz, ist eine Art Mutter Courage der Metropole. Aber ihr Überleben steht unter dem Zeichen der bevorstehenden Katastrophe Roms, die der Autor am Schluß mit dürren Worten beim Namen nennt: »Vierzigtausend deutsche Barbaren und siebentausend barfüßige, hungrige und durstige Spanier fielen über die Stadt her, züchtigten uns und plünderten uns bis aufs Hemd aus.«