Andreas Urs Sommer
Lexikon der imaginären philoso- phischen Werke

Sommer, Andreas Urs

Lexikon der imaginären philosophischen Werke

Mit Personenregister

Vom Glück und Unglück des Nichtgeschriebenen
Für philosophisches Denken ist es wesentlich, in Alternativen zu denken. Immer anders, niemals konsequent - das ist exemplarische Philosophie.
Schon Sokrates fand nach Jahren intensiven Studiums der Philosophie nur eine Antwort auf all seine Fragen: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« Und Immanuel Kant, Königsberger Theorie-Ikone, traute sich über die Welt vor seiner Tür so wenig zu sagen, dass er sich selten um praktische Erkenntnis, dafür aber umso intensiver um die Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt bemühte. Mit anderen Worten: Viele philosophische Bücher sind nie geschrieben worden - aus Respekt, aus Zeitmangel, aus Lustlosigkeit.
Höchste Zeit also für ein Lexikon der imaginären philosophischen Werke, das all diese unausgesprochenen Ideen vereinigt. Ob Seneca, Cicero oder Averroes, Ockham, Pascal oder Leibniz, von den deutschen Klassikern Fichte oder Kant ganz zu schweigen, und natürlich mit Blick auf die Modernen wie Carnap oder Benjamin und die Zeitgenossen wie Habermas – und viele, viele beinahe unbekannte Denker, zeigt uns Andreas Urs Sommer, wie die virtuelle Philosophie zu ihrem Recht kommt. Und die Philosophie wäre nicht die Königsdisziplin der Wissenschaft, wenn sie die kritische Würdigung des noch nicht Verfassten nicht gleich mit übernähme. Und so ist das Lexikon der imaginären philosophischen Werke beides - Konstruktion und Kritik des Virtuellen.
Wer dieses Lexikon der imaginären philosophischen Werke liest, stößt schließlich auch noch auf eine ganz seltene Einsicht: Es erweist sich als ein großes Glück, dass die meisten möglichen philosophischen Werke ungeschrieben geblieben sind.

»Dieses fintenreiche Lexikon strotzt von einer einzigartigen Materialfülle aus der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte.« Heini Vogler, SRF 2, 23.08.2013

»Hier gilt es nun, eine hinreißende, soeben erschienene Anthologie von solchen Imaginationen, diesesmal philosophischen, anzuzeigen: eine Sammlung von Büchern, die leider nicht geschreiben wurden, die es aber durchaus verdient hätten ... passenderweise erschienen in der Reihe 'Die Andere Bibliothek'.« Ulrich Joost, Lichtenberg Jahrbuch, 2012

»Der Freiburger Philosophieprofessor und Nietzsche-Kommentator Andreas Urs Sommer will eine Geistesgeschichte des Ungedachten bieten. Er räumt dem Möglichen über das Wirkliche lustvoll Vorrang ein. [...] Der Autor ist ein freundlicher Anstifter, ein sympathischer Krimineller, ein philosophischer Betrüger, ein verdeckter Ermittler. Wüsste man nicht, dass er gebürtiger Schweizer ist, würde man ihn im Umfeld des „Alpen-Beckett“ Thomas Bernhard vermuten.« Michael Köhler, Süddeutsche Zeitung am 09.07.2012

»In seinem Lexikon der imaginären philiosophischen Werke macht sich Sommer ein Vergnügen daraus, den großen Klassikern der Philiosophiegeschichte das eine oder andere Werk auf den Leib zu schneidern. Dabei parodiert Sommer auf höchst amüsante und unterhaltsame Art und Weise eine Reihe altehrwürdiger Philosophen.« Michael Fischer, Tages-Anzeiger am 29.06.2012
 

Andreas Urs Sommer, 1972 in Zofingen/Schweiz geboren, hat Philosophie, Literaturwissenschaft, Kirchen- und Dogmengeschichte studiert. Seit 2008 lehrt er Philosophie an der Universität Freiburg, ist maßgeblich beteiligt am »Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften« und Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung in Naumburg (Saale). In der ANDEREN BIBLIOTHEK erschien von ihm »Die Kunst, selber zu denken. Ein philosophischer Dictionnaire« (Band 214) und im Eichborn Verlag »Lohnt es sich, ein guter Mensch zu sein? Und andere philosophische Anfragen« (2004).

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