Werner Bartens, Martin Halter, Rudolf Walther
Letztes Lexikon

Bartens,Werner / Halter,Martin / Walther, Rudolf

Letztes Lexikon

Mit einem Essay zur Epoche der Enzyklopädie

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Das halblederne Mammut im bürgerlichen Wohnzimmer ist so gut wie ausgestorben. Kaum jemand stellt sich heute noch die 25 Bände eines Lexikons ins Regal. Ein Mausklick genügt, und schon rieselt ein Haufen von Informationen auf den Bildschirm. Unser Wissen kennt keinen Kanon mehr, nur noch Bits und Bytes - Zeit für einen Rückblick auf das, was einst Bildung hieß.
»Das Letzte Lexikon ist der Reader's Digest, das lebendige Poesiealbum und der nostalgische Abgesang auf ein großes literarisches Genre«, schreiben die drei Autoren, die ironisch, doch ohne Häme und Besserwisserei einen riesigen Bücherberg durchstöbert haben. Noch einmal führen sie uns die nützlichen Handreichungen und die ideologischen Verirrungen einer 250jährigen Tradition vor Augen.
Martin Halter tummelte sich im Ozean der Hoch- und der Alltagskultur, Werner Bartens taute die eingefrorenen Wissensbestände von Medizin, Technik und Naturwissenschaften auf, und Rudolf Walther fischte in den trüben Gewässern der Politik; ab und zu steigen auch Luftblasen aus Sport, Sexualität oder Theologie auf.
Wer hätte nicht als Kind in einem alten »Konversationslexikon« geschmökert? Bunt und komisch, nüchtern und phantastisch wie auf den knisternden Tafeln, aus denen Max Ernst seine Collagen schuf, zeigt sich der Trümmerhaufen des vergangenen Wissens - ein rührendes und melancholisches Memento mori unserer Weltkenntnis.

Werner Bartens, geboren 1966 in Göttingen, hat Medizin, Geschichte und Germanistik studiert und war lange als Arzt und in der medizinischen Forschung tätig. 1999 ist sein Buch »Die Tyrannei der Gene« erschienen. Seit 2000 ist er Redakteur der Badischen Zeitung.

Martin Halter kam 1953 im Schwarzwald zur Welt. Er lebt als Literatur- und Theaterkritiker in Freiburg.

Rudolf Walther, geboren 1944, lebt in Frankfurt am Main. Fast zwanzig Jahre lang hat er als Redakteur und Autor für das Lexikon »Geschichtliche Grundbegriffe« (1972-1997) gearbeitet; seit 1994 ist erfreier Publizist.