Enrique Vila-Matas
Kassel: eine Fiktion

Enrique Vila-Matas

Kassel: eine Fiktion

Pünktlich zur documenta 14: Ein Roman als »Trompe-l’oeil« – eine Sinnestäuschung vom Illusionisten Enrique Vila-Matas.

»Kunst ist Kunst, und was Sie daraus machen, ist Ihre Sache.« Für Enrique Vila-Matas wird das Erleben der Gegenwartskunst zu einer erholsam-berauschenden Kraft. Er findet in ihr die Kunst des Lebens wieder.

Kassel wird während der documenta alle fünf Jahre zum Zentrum der zeitgenössischen Gegenwartskunst aus aller Welt. Der spanische Schriftsteller wird zur Teilnahme eingeladen. Mit nichts als seiner Anwesenheit in einem chinesischen Restaurant soll er vorführen, was er unter Kunst versteht. Es ist ein scheinbar absurder Auftrag. Kassel: wird für ihn zu einem geistigen Zustand und zu einem Park voller Kunstwunder, in dem er spaziert und schaut und die Geheimnisse der Avantgarde zu ergründen versucht.
»Malen Sie nicht den Gegenstand, sondern die Wirkung, die er hat.« Diesen Satz des Dichters Mallarmé an seinen Malerfreund Manet versteht Enrique Vila-Matas als Aufforderung. Jenseits der Realität und ihrer Logik beginnt für ihn erst das belebende Spiel mit der Fiktion und mit dem Vermögen der Literatur.

»Dies ist ein ernsthafter Roman, aber es ist auch ein übermütiger, eine leidenschaftliche Verteidigung der Literatur als essenzieller Bestandteil des öffentlichen Lebens und, allgemeiner, der Kunst in Zeiten der Zahlenlogik ...« Valerie Miles, The New York Times
 

„Mit „Kassel: eine Fiktion“ liefert der Spanier Enrique Vila-Matas den Schlüsselroman zur Documenta. (…) Vila-Matas (nimmt) die über ganz Kassel vom Bahnhof bis in die weite, parklandschaftliche Karlsaue verstreute Documenta 13 als einen Parcours der Wunder wahr, der sonderbaren Überraschungen und allmählichen Inspiration. Voll postmoderner Chuzpe spielt „Kassel: eine Fiktion“ dabei mit realen Werken der damaligen Kunstschau, die eine der besten Documentas seit Langem war.“ Peter von Becker, Tagesspiegel, 15.06.2016

"Abseits eines kunstkritischen Jargons und ganz fern dem überladenen Theoriegehuber der Kuratorinnen beschreibt Vila-Matas sehr feinsinnig die sonderbar aufgekratzte Empfindsamkeit, in die einen die documenta, „dieser große Park zeitgenössischer Wunder“ versetzen kann." Harald Jähner, Frankfurter Rundschau, 03.06.2017

"Tatsächlich entzieht sich das Buch von Enrique Vila-Matas jeder Etikettierung, denn es geriert sich als Roman und ist zugleich eine grossangelegte Reflexion über die Kunst, die ihrerseits von Selbstbespiegelungen durchsetzt ist. Es ist eine Fiktion also, in der Assoziation der leitende Faden der Handlung ist und reale Personen und Orte eine Reportage suggerieren – ein postmodern-verschachtelter, durchaus amüsant erzählter Erfahrungsbericht." Stefana Sabin, NZZ am Sonntag, 30.4.2017

"Die Macht und Ohnmacht der Kunst wird verhandelt. Die Rolle der Literatur in der Gesellschaft. Die Frage, wie „avantgardistisch“ Künstler und Literaten sein können, ohne an diesem Label zu ersticken. (...) Nach einer Woche bleibt die Frage: Ist das wahre Leben das, was wir führen, oder das, was wir uns im Geiste ausmalen? Vila-Matas ist natürlich viel zu schlau, um das einfach plump zu beantworten. Statt dessen breitet er seine flirrenden, fluffigen, im Kern aber philosophisch vertrackten McGuffins dazu aus. Insofern ist „Kassel. Eine Fiktion“ ein Roman für alle, die es mögen, wenn nicht alles erklärt wird. Und wer sich für Kunst interessiert, erfreut sich daran, pünktlich zum Beginn der documenta 14 noch einmal an die documenta 13 erinnert zu werden ..." Joana Ortmann, Bayern 2 - Büchermagazin Diwan, 15.04.2017

"Autoren schreiben nicht, um zu unterhalten, belehrt Vila-Matas, „man schreibt, um den Leser zu fesseln, (...) um in den Geist des anderen einzudringen“. Das gelingt dem Mann still und heimlich. Wer Kassel jetzt zur Documenta 14 wieder besucht, hat in ihm einen beflissenen Begleiter." Michael Berger, Lübecker Nachrichten, 07.06.2017

"Vila-Matas hat mit "Kassel: eine Fiktion" einen halb ernsthaften, halb satirischen Essay über die moderne Kunst geschrieben. (...) Seine Beschreibungen sind voll Humor, seine Beobachtungen sind fein." Claudio Campagna, NDR Kultur, 08.06.2017

""Kassel no invita a la lógica", heißt Vila-Matas Roman im Original. Durch die der herkömmlichen Logik sich verweigernde, eben darum höheres Wissen verheißende Stadt streift der Erzähler als unermüdlicher Betrachter und Bewunderer. Stets auf der Suche nach dem avantgardistischen Kunstwerk, das für das völlig Andere, das nie gesehene Besondere einsteht. Für das intensivere Leben." Brigitta Lindemann, WDR 3 - Mosaik, 08.06.2017

"Bei der Beschreibung der oben genannten Kunstwerke (...) erweist sich Vila-Matas als ideenreicher Deuter einiger der wohl schwierigsten und esoterischsten Kunstpositionen der jüngsten Zeit. Doch niemals nimmt er den Standpunkt des restlos vorbehaltlosen Verfechters und Verteidigers zeitgenössicher Kunst ein. Behutsame Skepsis begleitet alle Begegnungen, Eindrücke und Reaktionen. (...) Dem aufgeblasenen kunsttheoretischen Jargon (...) begegnet der Erzähler mit Ironie und Humor. Dieser Humor versetzt ihn in die Lage, ständig großartige, neue Ideen und Theorien zu entwickeln und sich gleichzeitig über sie lustig zu machen." Jochen Kienbaum, lustauflesen.de, 07.06.2017

Enrique Vila-Matas, geboren 1948 in Barcelona, arbeitete nach dem Studium als Filmjournalist und verbrachte einige Jahre in Paris. Er ist einer der bekanntesten spanischen Autoren und lebt in Barcelona. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays, die in über 32 Sprachen übersetzt wurden, u.a.: „Bartleby & Co“ (2001), „Risiken und Nebenwirkungen“ (2004), „Paris hat kein Ende“ (2005), „Doktor Pasavento“ (2007).
Vila-Matas wurde vielfach ausgezeichnet, er erhielt u.a.: Rómulo Gallegos Preis (2001), Médicis Etranger Preis (2003), Bottari Grinzane Cavour Internazionale Award (2011), Jean Carrière Preis (2011), FIL-Preis (Premio FIL de Literatura en Lenguas Romances, 2015).
In der Anderen Bibliothek erschien von ihm „Dublinesk“ (Band 341, 2013).

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