Enrique Vila-Matas
Kassel: eine Fiktion

Enrique Vila-Matas

Kassel: eine Fiktion

Pünktlich zur documenta 14: Ein Roman als »Trompe-l’oeil« – eine Sinnestäuschung vom Illusionisten Enrique Vila-Matas.

»Kunst ist Kunst, und was Sie daraus machen, ist Ihre Sache.« Für Enrique Vila-Matas wird das Erleben der Gegenwartskunst zu einer erholsam-berauschenden Kraft. Er findet in ihr die Kunst des Lebens wieder.

Kassel wird während der documenta alle fünf Jahre zum Zentrum der zeitgenössischen Gegenwartskunst aus aller Welt. Der spanische Schriftsteller wird zur Teilnahme eingeladen. Mit nichts als seiner Anwesenheit in einem chinesischen Restaurant soll er vorführen, was er unter Kunst versteht. Es ist ein scheinbar absurder Auftrag. Kassel: wird für ihn zu einem geistigen Zustand und zu einem Park voller Kunstwunder, in dem er spaziert und schaut und die Geheimnisse der Avantgarde zu ergründen versucht.
»Malen Sie nicht den Gegenstand, sondern die Wirkung, die er hat.« Diesen Satz des Dichters Mallarmé an seinen Malerfreund Manet versteht Enrique Vila-Matas als Aufforderung. Jenseits der Realität und ihrer Logik beginnt für ihn erst das belebende Spiel mit der Fiktion und mit dem Vermögen der Literatur.

»Dies ist ein ernsthafter Roman, aber es ist auch ein übermütiger, eine leidenschaftliche Verteidigung der Literatur als essenzieller Bestandteil des öffentlichen Lebens und, allgemeiner, der Kunst in Zeiten der Zahlenlogik ...« Valerie Miles,The New York Times
 

"Tatsächlich entzieht sich das Buch von Enrique Vila-Matas jeder Etikettierung, denn es geriert sich als Roman und ist zugleich eine grossangelegte Reflexion über die Kunst, die ihrerseits von Selbstbespiegelungen durchsetzt ist. Es ist eine Fiktion also, in der Assoziation der leitende Faden der Handlung ist und reale Personen und Orte eine Reportage suggerieren – ein postmodern-verschachtelter, durchaus amüsant erzählter Erfahrungsbericht." Stefana Sabin, NZZ am Sonntag, 30.4.2017

Enrique Vila-Matas, geboren 1948 in Barcelona, arbeitete nach dem Studium als Filmjournalist und verbrachte einige Jahre in Paris. Er ist einer der bekanntesten spanischen Autoren und lebt in Barcelona. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays, die in über 32 Sprachen übersetzt wurden, u.a.: „Bartleby & Co“ (2001), „Risiken und Nebenwirkungen“ (2004), „Paris hat kein Ende“ (2005), „Doktor Pasavento“ (2007).
Vila-Matas wurde vielfach ausgezeichnet, er erhielt u.a.: Rómulo Gallegos Preis (2001), Médicis Etranger Preis (2003), Bottari Grinzane Cavour Internazionale Award (2011), Jean Carrière Preis (2011), FIL-Preis (Premio FIL de Literatura en Lenguas Romances, 2015).
In der Anderen Bibliothek erschien von ihm „Dublinesk“ (Band 341, 2013).

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