Heinrich Breloer
Geheime Welten

Breloer, Heinrich

Geheime Welten

Deutsche Tagebücher aus den Jahren 1939-1947

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Selbstgespräche aus der Nazi-Zeit. An deutschen Lebenszeugnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des sogenannten »Zusammenbruchs« fehlt es nicht. Aber die meisten stammen von Journalisten, Wissenschaftlern, Schriftstellern, Politikern, die meist als Täter, seltener als Opfer in die Nähe der Macht kamen. Das eigentliche Rätsel, vor dem die Nachgeborenen stehen, ist aber das Verhalten der ganz gewöhnlichen Leute.
Heinrich Breloer hat eine riesige Sammlung von privaten Tagebüchern aus dieser Zeit zusammengetragen. Es sind naive, völlig ungeschützte, oft hilflose Äußerungen, die nie zur Veröffentlichung gedacht waren und die eine Innenansicht vom Geisteszustand der Deutschen bieten, die einzigartig ist.
Hier steht der Backfisch neben dem Firmenchef, der Kirchenmaler neben der Krankenschwester, der Soldat neben der Schneiderin. Liebesgeschichten und politischer Fanatismus, Widerstand und Opportunismus, Lebensgier und Terror bilden hier ein höchst brisantes Amalgam. Die Verfasser nehmen kein Blatt vor den Mund. Unzensiert vertrauen sie ihrem Tagebuch ihre intimsten Gedanken an. »Geliebter Führer«, heißt es da, und ein paar Seiten weiter »Bestie Hitler«. Ein vierzehnjähriger Schüler schreibt 1942 (!) auf sein Heft: »Hier spricht ein erbitterter Feind der nationalsozialistischen Weltbrandstifter«, und noch im Juni 1945 kann sich eine Niedersächsin mit dem Verlust ihres Wahns nicht abfinden und beklagt sich über Hitlers Niederlage mit den Worten: »Hinter all diesem steht der Jude«.
Faksimiles der Tagebücher und private Fotos der Verfasser ergänzen die Texte und geben etwas von der Atmosphäre wieder, in der sie entstanden sind.

Heinrich Breloer, geboren 1942, lebt in Köln. Man könnte ihn einen politischen Detektiv nennen, der immer wieder verborgene Seiten der deutschen Geschichte ans Licht bringt. Seine zahlreichen Dokumentarfilme für das Fernsehen, darunter »Das Beil von Wandsbek«; »Wehner, die unerzählte Geschichte«; »Staatskanzlei« und »Todesspiel«, haben ihn berühmt gemacht.