Ergötzliche Nächte

Ergötzliche Nächte

Unerhörte Geschichten aus der italienischen Renaissance

Wiederentdeckt von Rainer Schmitz und von diesem mit einem Nachwort versehen

Giovanni Boccaccio hat den Startschuss gegeben und die Messlatte sehr hoch gelegt. Angeregt von seinem Decamerone haben seit der Mitte des 14. Jahrhunderts in den folgenden 200 Jahren etwa drei Dutzend seiner Landsleute versucht, ihm stilistisch und inhaltlich nachzufolgen.

In ihren Novellen und Erzählungen aber haben sie ebenfalls unerhörte prickelnd-pikante Begebenheiten aus ihrem Alltag ungetrübt gespiegelt, die heute zum Amüsantesten des Genres gehören.
Unsere Auswahl stellt zwanzig der meist unbekannten „Nachfolger“ vor und konzentriert sich dabei auf Typisches und Würziges aus dieser Epoche zwischen Boccaccio und Aretino.
Die hier ausgegrabenen Variationen zeigen, wozu ruchlose Liebe fähig ist. Die Verfasser gehen dabei keineswegs zimperlich mit dem berühmten Feigenblatt um, und sie nehmen auch sonst kein Blatt vor den Mund...
Amüsante Verwechslungen, raffinierte Liebeskabalen, derb-deftige Späße und keckes Treiben, ingeniöse Betrügereien und Unterschiebungen werden heiter, komisch, sinnenfroh und indezent erzählt – ein erotisch-obszöner Reigen und literarischer Gaumenkitzel, wobei auch zeitgemäße Pfaffenschelte und der moralische Zeigefinger nicht zu kurz kommen.
Wer zu lesen beginnt, für den bedarf es eigentlich keiner Begründung für diese bislang einzigartige Sammlung früher italienischer Novellistik.
Unsere Neuedition fußt – neben einigen bibliophilen und Privatdrucken – im Wesentlichen auf den beispiellosen Ausgaben des Münchner Georg Müller Verlages, die von 1907 bis 1921 von Hanns Floerke und Albert Wesselski unter dem Reihentitel „Perlen älterer romanischer Prosa“ in kleiner Auflage herausgegeben wurden und auf verschollene Übersetzungen und Handschriften zurückgriff.

Rainer Schmitz, geboren 1950, war als Kultur- und Literaturredakteur für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk tätig. Bekannt wurde er mit seinem Bestseller „Was geschah mit Schillers Schädel? Alles, was Sie über Literatur nicht wissen“ (2008). Zuletzt erschienen von ihm in der Anderen Bibliothek „Henriette Herz in Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen“ (Band 347) sowie der Folioband „Tausendundein Tag. Morgenländische Erzählungen“ (2014). Rainer Schmitz lebt als freier Publizist in München lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität.

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