Koen Brams
Erfundene Kunst

Brams, Koen

Erfundene Kunst

Eine Enzyklopädie fiktiver Künstler von 1605 bis heute

Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby und Herbert Post

Nein, hier geht es nicht um Fälschungen, sondern um Kunst in der zweiten Potenz! Die Romanciers und die Dichter haben von jeher Gefallen daran gefunden, alle Sachverständigen der Kunstgeschichte zu übertreffen, und sie haben ein Paralleluniversum erfunden, in dem es von Genies und Schwindlern, Selbstmördern und Größenwahnsinnigen wimmelt.
An diesem Spiel der Spiegelungen haben sich von Shakespeare und Calderón bis Proust und Nabokov, von Goethe und Tolstoj bis Calvino und Sebald, Siegfried Lenz und Botho Strauß viele große Autoren beteiligt. Die merkwürdigsten Überraschungen erwarten den Leser, der in diesem Irrgarten lustwandelt.
Denn er wird hier nicht mit einer gewöhnlichen Anthologie abgespeist, sondern mit Hunderten von witzig nacherzählten Lebensläufen dazu verführt, an eine Kunst jenseits der Museen zu glauben, mit allem, was zu einem seriösen Standardwerk gehört. Ihn erwarten nicht nur abenteuerliche Biographien; auch die imaginären Werke werden geschildert, die Triumphe und Niederlagen auf dem Markt, die Machenschaften der Kritiker und der Händler...
Fünfhundert Jahre einer alternativen Kunstgeschichte also – umso wahrer, da jedes Wort in diesem Buch erlogen ist.

Koen Brams, geboren 1964, war Herausgeber der Kunstzeitschrift »De Witte Raaf« und ist heute Direktor der Jan-van-Eyck-Akademie in Maastricht.