Henri Michaux
Ein Barbar auf Reisen

Michaux, Henri

Ein Barbar auf Reisen

Aus dem Französischen von Dieter Hornig

antiquarisch suchen

Warnung: Dies ist kein Reiseführer!
»Ein Mensch, der sich weder auf das Reisen noch auf das Tagebuchführen versteht, hat dieses Reisetagebuch verfaßt. Nun, da es zu signieren gilt«, schreibt der Autor, »bekommt er plötzlich Angst und wirft den ersten Stein auf sich«. So kaltblütig wie diese Eröffnung geht es weiter.
Ecuador, Colombo, Peking, Bali: die Touristen waren noch nicht da, als Henri Michaux, gerade 30, aus Europa floh. »Als ich Indien und China sah«, sagt er, »schien es mir zum ersten Mal, daß es Völkern auf dieser Erde zustand, wirklich zu sein«. Aber es liegt ihm fern, der Exotik anheimzufallen, und auf ethnologische Forschungen lässt er sich erst gar nicht ein.
Mit einer Unbefangenheit, die an Impertinenz grenzt, bissig, in einem Ton, »von dem alles Ernstere, Tiefschürfende, Bewährte, Belesenere abprallt«, beschreibt er das Fremde. »Darin war man ein Barbar und muß es bleiben«. Punktum.

1899 in Namur geboren, nach einem abgebrochenen Medizinstudium und einigen Fahrten als Matrose auf einem Fünfmaster, dem Surrealismus nahe, aber allem Sektierertum abgeneigt, hat Michaux, der 1984 in Paris gestorben ist, ein großes literarisches und zeichnerisches Werk hinterlassen. Eine deutsche Auswahl seiner Schriften hat Paul Celan 1966/1971 herausgegeben.