Sadeq Hedayat
Die blinde Eule

Hedayat, Sadeq

Die blinde Eule

Ein Roman und neun Erzählungen

Aus dem Persischen von Bahman Nirumand

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Sadeq Hedayat gilt heute als der größte iranische Schriftsteller des Jahrhunderts. Er war ein Gegner der Diktatur Reza-Schahs und lebte viele Jahre im Exil. In seiner Heimat hatte er stets mehr Feinde als Leser. Sein Hauptwerk, Die blinde Eule, ist 1936 in Bombay erschienen – ein Buch der Verwandlungen, eine einzige lange Halluzination, der Opiumtraum eines Verzweifelten. Zeiten und Räume fließen ineinander, Ursache und Wirkung, Realität und Traum sind nicht mehr voneinander zu trennen. Und doch ist das Buch von einer unerbittlichen Logik: ein topologisches Labyrinth, irritierender als alles, was Escher zustande gebracht hat. Vielleicht ist Die blinde Eule das, was man heute einen Fantasy-Roman nennt. Aber vom Disneyland der »östlichen Weisheit« ist seine Vision weit entfernt. Muftis und Gurus nennt Hedayat »Kanaillen«, und die Religion ist für ihn eine »Kinderklapper«. Seine Mystik ist die schwärzeste: sie bietet keinen Notausgang ins Paradies.