Ford Madox Ford
Die allertraurigste Geschichte

Ford, Ford Madox

Die allertraurigste Geschichte

Roman

Aus dem Englischen von Fritz Lorch und Helene Henze

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»Man hat Ford bis heute nicht Gerechtigkeit widerfahren lassen«, sagte Ezra Pound. Das gilt auch heute noch, zumindest, was Die allertraurigste Geschichte, Fords Meisterwerk, betrifft. Es ist die Geschichte eines Liebesverrats. Sie spielt vor dem Ersten Weltkrieg und in den »besten Kreisen«, aber sie spielt auch in der Hölle.
Nicht nur ist der Erzähler ein ahnungsloser Ehemann, der neun Jahre lang kaltblütig betrogen wird; nicht nur erweist sich sein Freund, der scheinbar grundsolide Gentleman, als brutaler Schürzenjäger und seine Frau als gierige Hure. Die diabolische Ironie der Erzählung besteht vielmehr darin, dass der Getäuschte selbst ein emotionaler Krüppel ist, dessen zwanghafte Vernünftigkeit ihn irrereden lässt, so dass er sich immer tiefer in einem Spiegelkabinett aus Täuschung und Selbsttäuschung verliert. Unter der kultivierten Oberfläche tut sich ein Abgrund von Angst, Sex und Wahnsinn auf. Selten sind Idylle, Tragikkomödie und Melodram eine so erstaunliche Liaison eingegangen wie in diesem Roman.

Ford Madox Ford wurde 1873 in Merton in Surrey geboren, Bis 1910 führte er eine ebenso glänzende wie schillernde Existenz im Kreis der Londoner Intelligenz. Er war mit Henry James, D. H. Lawrence, H. G. Wells und Ezra Pound befreundet. Vor allem aber arbeitete er eng mit Joseph Conrad zusammen, mit dem er mehrere Bücher verfaßte. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach Paris, wo er die Transatlantic Review gründete. Halbvergessen und von Geldsorgen geplagt, schlug er sich als Vortragsreisender in Amerika durch. 1939 ist er in Deauville gestorben.