Barbara Zoeke
Die Stunde der Spezialisten

Barbara Zoeke

Die Stunde der Spezialisten

Barbara Zoeke erhält für ihren Roman „Die Stunde der Spezialisten“ den Brüder-Grimm-Preis 2017 der Stadt Hanau!

Deutschland 1940: Max Koenig ist Professor für Altertumsforschung. Ein vererbtes Nervenleiden reißt ihn aus seinem beruflichen Leben und fort von seiner Familie. Er kommt in die Wittenauer Heilstätten und trifft dort auf Schwester Rosemarie, die versucht zu helfen, wo sie kann. Trotz seiner Hinfälligkeit wird Koenig zum Mittelpunkt einer kleinen Gruppe: dem Studienrat Dr. Carl Hohein, der eine Litanei auf die Farbe »Schwarz« komponiert, der jungen Pianistin Elfie, deren Hände zittern und die »Traumdeutsch« spricht, und schließlich Oscar, einem Jungen mit Trisomie 21.
Der Alltag auf der Station, die mangelhaften Essensrationen und die rassenhygienischen Kommentare der medizinischen »Spezialisten« werden nur durch die gegenseitige Unterstützung und kleine Freuden, wie die Besuche von Frau und Schwägerin, erträglich. Sie hoffen darauf, sich nach dem Krieg im Traumland Italien wiederzufinden. Doch Max Koenig und Oscar werden verlegt und ihren Angehörigen entzogen.
Töten wird sie Dr. Friedel Lerbe, ein Arzt, SS-Mann und fanatischer Verfechter der Rassenhygiene. Als Leiter einer Tötungsanstalt führt er das NS-»Euthanasie«-Programm mit bürokratischer Präzision aus – jedes Detail des Ablaufs wird von ihm kontrolliert. Ein ganzer Stab von »Pflegern«, Sekretärinnen, Technikern und Leichenbrennern steht diesem »Spezialisten« bei seinem Handwerk zur Seite.

Barbara Zoeke schildert das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven - empathisch und erschütternd klar. Es gelingt ihr, dieses Verbrechen der Nationalsozialisten zu vergegenwärtigen und den Opfern, Angehörigen und Tätern eine literarische Stimme zu geben.
 

"Barbara Zoeke hat eine historisch authentische, belehrende und zugleich spannende und sehr bewegende Geschichte geschrieben. Das ist eine  bewunderungswürdige Leistung". Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017

"Das ist dasselbe literarische Kunststück, das Barbara Zoeke mit ihrem Roman "Die Stunde der Spezialisten" gelingt ... Er erzählt auf multiperspektivische Weise vom Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten, und gleich die erste Stimme gehört dem noch jungen, aber durch eine Erbkrankheit vorbelasteten Leipziger Universitätsprofessor Max König, der 1940 in die Mühlen des NS-Gesundheitssystems gerät ..."
Andreas Platthaus,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2017

"Barbara Zoeke ist mit ihrer profunden Sachkenntnis und ihrer überwältigend facettenreichen Sprache ein Buch von bewundernswertem Einfühlungsvermögen und beispielgebender Menschlichkeit gelungen - in Zeiten, da manche glauben, wieder bestimmen zu müssen, wer zur »Volksgemeinschaft« gehört und wer nicht."
Friedemann Kluge, neues deutschland, 11.09.2017

"Das Beeindruckende an Barbara Zoekes Roman ist, dass sie aus der Sicht der Figuren erzählt und diese damit nicht mit dem moralischen Urteil der Nachgeborenen übertüncht. Der Bewusstseinsstand der Figuren reicht nicht über die Zeit hinaus, in der sie leben, handeln und denken. Wie man sich als Opfer verhält, wie man sich in die Täterrolle verstrickt, hat nichts mit Schicksal zu tun, sondern mit dem Willen, sich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Art zu verhalten."
Ö1 - ORF, 27.08.2017

"Barbara Zoeke schreibt über ein dunkles Kapitel Deutschlands. Man ahnt es vielleicht anhand der Krankenhausbetten und der Schwesterntracht: Es geht um die sogenannte Rassenhygiene und um Euthanasie in der NS-Zeit. (...) Barbara Zoeke gelingt es trotzdem mit ihrer Sprache und dem Ton, der in diesem Roman herrscht, eine sehr gute, wenn auch nicht gut ausgehende (wie auch?), Geschichte zu erzählen. Ich bin beeindruckt von diesem Können. Über solch ein Thema einen Roman zu verfassen, braucht meiner Meinung nach viel Mut."
Marina Büttner, Buchblog literaturleuchtet, 18.09.2017

 


 

Barbara Zoeke verbrachte ihre Kindheit im thüringischen Vogtland und studierte in Köln und Münster. Sie ist habilitierte Psychologin, forschte in den USA und war über mehrere Jahre im Vorstand der »International Society of Comparative Psychology«. Sie lehrte und forschte an den Universitäten von Münster, Frankfurt, Würzburg und München. Neben wissenschaftlichen Arbeiten zur Wahrnehmung und zum Gedächtnis veröffentlicht sie erzählende Prosa, Lyrik und Sachbuchtexte. Barbara Zoeke lebt seit 2008 in Berlin.

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