Frank Böckelmann
Die Gelben, die Schwarzen, die Weissen

Böckelmann, Frank

Die Gelben, die Schwarzen, die Weissen

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Wussten Sie, dass die meisten Europäer in Japan und China imposant und schön erscheinen, aber selten begehrenswert sind? Frank Böckelmann vermutete zu Beginn seiner Recherchen exakt das Gegenteil; denn aus den Schriften der Ostasienwissenschaftler ist darüber so gut wie nichts zu erfahren.
Oder wussten Sie, dass Chinesen sich schon als »gelb« bezeichneten, bevor die Europäer sie so nannten? Vermutlich nicht; denn bei uns ist man davon überzeugt, dass die Aufteilung und Einfärbung der Rassen ausschließlich das Werk des Weißen Mannes ist.
Böckelmanns empirisch gestützter Bericht gilt der wechselseitigen Wahrnehmung von Gelben, Schwarzen und Weißen zur Zeit der ersten Begegnungen, im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart. Breiten Raum widmet er dem Fremdsein der Weißen in Asien und Afrika.
Gesichtsform und Hautfarbe, Gangart und Gestik, Blickverhalten und Mienenspiel gehören zum kulturellen Erbe der Kontinente. Sie sind nicht belanglos, nur weil die genetischen Unterschiede gering sind (wie fortschrittliche Biologisten meinen).
Im atemlosen Für und Wider der »multikulturellen Gesellschaft« scheint es für wechselseitige Anziehung und Abstoßung kaum mehr Worte zu geben. »Gegen Ausgrenzung« heißt die Parole. In Wirklichkeit ist Fremdheit heute anstößiger als je zuvor, denn wir streben einen spannungslosen Zustand an. Schon auf der bloßen Wahrnehmung äußerer Unterschiede lastet ein Generalverdacht. Westliche Medien, Werbung und Erziehung arbeiten daran, die Fremdheit auf Erden abzuschaffen. Doch - auch diese Erkenntnis vermittelt Böckelmanns Buch - das wird ihnen nicht gelingen.

Frank Böckelmann, 1941 in Dresden geboren, lebt in München. Veröffentlicht hat er: Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit (1971, 1987); Theorie der Massenkommunikation (1975); Journalismus als Beruf (1993); Ins Kino (1994); Begriffe versenken (1997).