Die Amouren des Marschalls von Richelieu

Die Amouren des Marschalls von Richelieu

Mit Proben aus der Geheimen Lebensgeschichte, Rezensionen von Nicolas Chamfort und Choderlos de Laclos und einem Essay von Bernedetta Craveri

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Der Marschall von Richelieu (1696-1788) war eine ebenso imponierende wie abstoßende Figur: ein faszinierender Repräsentant des Ancien régime. Den ersten von vielen Skandalen erregte er, als er sich, kaum fünfzehn Jahre alt, mit der Tochter des Königs vergnügte. Er war Feldherr, Diplomat und Theaterdirektor, aber seine eigentliche Karriere war die eines Verführers. Frauen aus allen Ständen waren seine Beute, von den höchsten Rängen der Aristokratie bis zu den Grisetten aus der Vorstadt. Doch unterwarf er seine Leidenschaften stets einem strikten Kalkül. Man nennte ihn eine »galante Maschine«. Seine Strategien waren von unerhörter Kaltblütigkeit. Dreimal mußte er in der Bastille für seine Abenteuer büßen. Die Laufbahn als Libertin setzte er bis ins hohe Alter von zweiundneunzig Jahren fort.