Machado de Assis
Der geheime Grund

Assis, Machado de

Der geheime Grund

Erzählungen

Aus dem brasilianischen Portugiesisch und mit einem Nachwort von Curt Meyer-Clason

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Ein brasilianischer Klassiker.
Machado de Assis war der früh verwaiste Sohn eines Mulatten und einer aus den Azoren eingewanderten Portugiesin. Zu einer Zeit, da in Brasilien noch die Sklaverei herrschte, brachte es der Autodidakt, Stotterer und Epileptiker vom Druckerlehrling zum hohen Staatsbeamten. Neben acht Romanen hat er etwa 170 Erzählungen geschrieben, von denen hier die einundzwanzig besten vorgelegt werden.
Es sind pessimistische Geschichten, von Schwermut und von Bitterkeit getränkt; Geschichten, die vom Versagen, vom Abwegigen und von der Grausamkeit handeln. Den Brasilianern, die zum Optimismus neigen und leicht an Patentlösungen glauben, galt Machado als »ein Fremdling im eigenen Hause«.
In der Titelgeschichte nimmt er Erkenntnisse der Psychoanalyse vorweg; im »Lob des Durchschnittsmenschen« spürt er dem Abgründigen im Unscheinbaren nach; im »Irrenarzt« zeigt er, wie sich Vernunft und Wahn unentrinnbar verknäulen. Sein Humor, der nie ganz geheuer ist, mildert die Phantastik dieser Erzählung kaum. Als schonungsloser »Selbsthenker« sah Machado sich selber, wie alle anderen, von anonymen Mächten erdrückt, denen kein Einzelner gewachsen ist.

Joaquim Maria Machado de Assis lebte von 1839 bis 1908 in Rio de Janeiro. Er gilt als der bedeutendste Prosaist, den Brasilien hervorgebracht hat. Neben seinen Erzählungen haben ihn vor allem Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas (1881) und der Roman Dom Casmurro (1900) berühmt gemacht.