Ian Buruma
Der Staub Gottes

Buruma, Ian

Der Staub Gottes

Asiatische Nachforschungen

Aus dem Englischen Ulrich Enderwitz

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Kaum jemand versteht, was in Asien geschieht. Das liegt nicht an den berüchtigten »Geheimnissen des Orients«, sondern an den perspektivischen Täuschungen des Westens.
Ian Buruma, in Holland geboren, hat ein Drittel seines Lebens in Asien zugebracht, vor allem in Japan und Hongkong. Was ihn befähigt, das Andere des Erdteils zu begreifen, ist nicht allein seine Expertise. Es ist vor allem die Erfahrung am eigenen Leib. Was bedeutet es, hin- und hergerissen zu sein zwischen verschiedenen Kulturen, Selbstverständnissen, Traditionen, Loyalitäten? Hellsichtig deutet Buruma diese ebenso gefährliche wie faszinierende Konfusion, die viele asiatische Nationen antreibt und verstört.
Der Staub Gottes ist zugleich Reportage, Meditation und Reiseerzählung. Schonungslos, souverän und sonderbar heiter handelt das Buch in acht Kapiteln von Burma, Thailand, den Philippinen, Malaysien, Singapur, Taiwan, Südkorea und Japan. Stilistisch und methodisch kann Ian Burumas Werk als Seitenstück zu Ach Europa! gelten. Wer sich für den Fernen Osten interessiert, für den dürfte es kaum entbehrlich sein.

Ian Buruma hat jahrelang für die Far Eastern Review, die New York Times und die New York Review of Books gearbeitet. Er lebt heute als Redakteur der Wochenzeitung The Spectator in London; er ist der Autor von Behind the Mask, einer Untersuchung über sexuelle Dämonen, heilige Mütter, Transvestiten, Gangster, Vagabunden und andere Heldenfiguren der japanischen Kultur. Sein erster Roman soll demnächst in deutscher Übersetzung erscheinen.