Mannfred Henningsen
Der Mythos Amerika

Henningsen, Manfred

Der Mythos Amerika

Allen Krisen zum Trotz: Die politischen Eliten Amerikas pflegen das Selbstbild eines auserwählten Amerikas. Manfred Henningsen über die fatalen Folgen eines überlebten Mythos und die Chancen der wichtigsten Weltmacht, sich endlich der Wirklichkeit zu stellen.
Demokratisches Sendungsbewusstsein und machtpolitischer Anspruch auf strategische und ökonomische Vorherrschaft prägen das amerikanische Selbstbild. Das Selbstverständnis der Vereinigten Staaten entspringt einem populären, heroischen Geschichtsbild, in dem die dunklen Seiten der eigenen Vergangenheit nur am Rand auftauchen. Die latente Weigerung, die gewalttätige eigene Gründungsgeschichte samt ihren genozidalen Aktionen gegen die indianischen Völker des Kontinents, der Sklaverei und des Rassismus als Erblast des Amerikanismus anzuerkennen, verstellt immer noch den Blick der politischen Elite auf das eigene Land. Nicht Folter und Rechtsbruch im Kampf gegen den Terrorismus prägen den politischen Diskurs, sondern die klangvolle Rhetorik amerikanischer Auserwähltheit und der Chance jedes Einzelnen, den amerikanischen Traum zu leben.
Manfred Henningsen, der seit vielen Jahrzehnten in Amerika lebt und arbeitet, zeichnet anhand vieler historischer Ereignisse und vor allem am Beispiel des jahrhundertealten Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung die Entwicklung des amerikanischen Selbstbildes nach und zeigt auf, warum die Amerikaner sich so schwer damit tun, sich den Anforderungen der Gegenwart zu stellen - auch unter Obama. »Der Mythos Amerika« ist eine kritische Bestandsaufnahme der Vereinigten Staaten - und zugleich ein geistiges Zeugnis für die Fähigkeit des Landes zur Selbstbesinnung und Selbstkorrektur.

»...liest sich über weite Strecken spannend wie ein Kriminalroman.« Martina Groß, Südwestrundfunk, 12.01.2010

»Henningsen hat ein vielschichtiges Buch zum besseren Verständnis der amerikanischen Gegenwart und ihren Wurzeln vorgelegt. Der Autor zeigt, warum und wie schwer sich die Amerikaner damit tun, sich dieser Gegenwart zu stellen und auf die Vorstellungen ihrer Partner in der Welt einzugehen.« Gerd Renken, Das Parlament, 2. November 2009

»...eine kluge, teils polemische, aber durchweg lehrreiche Studie.« Joseph Dolezal, Lesart, Dezember 2009

»...ein lesenswertes und elegant geschriebenees, vor allem aber ein bitter nötiges Buch ...Amerika besser zu verstehen - das wäre nicht das Schlechteste. Gerade heute.« Stefan Höppner, Literaturkritik, 12.12.2009

»eine im besten Sinne provozierende, datenreiche, kluge Bestandsaufnahme der amerikanischen Gründungsmythen und ihrer katastrophalen Auswirkungen.« Rolf-Bernhard Essig, Die Zeit, 30.07.2009

"Henningsens kritische Bestandsaufnahme ist gerade jetzt, in der Zeit eines neuen Elans unter Barack Obama, von aktueller Notwendigkeit.«

(Studiosus-Rundschreiben, Juni 2009)

»Das Buch des seit Jahrzehnten in Hawaii lehrenden Professors deutscher Abstammung kratzt gehörig am Bild vom ”Mythos Amerika“. Es richtet den Scheinwerfer schonungslos auf die Diskrepanz zwischen dem Verspreche, ein jeder könne im gelobten Land der Selfmade-Millionäre nach seiner Fasson glücklich werden, und dem unseligen Erbe von Sklaverei und Rassismus bis in die heutige Zeit. Das Buch entzaubert die Rhetorik von individuellen Aufstiegschancen und Freiheitsträumen.« Südwest Presse, 17.08.2009

»Dennoch ist dieses Buch kein herkömmliches antiamerikanisches Traktat, sondern ganz im Gegenteil: Es verweist auf die gesellschaftliche Stärke und schöpferische Kraft dieses Landes, das in der Wahl Barack Obamas zugleich einen existenziellen Repräsentanten als Zeichen einer gewandelten öffentlichen Selbstauslegung ins höchste politische Amt gebracht hat.« Zeitschrift für Politikwissenschaft, 23. September 2009

»Der Mythos Amerika ist eine kritische Bestandsaufnahme der Vereinigten Staaten - und zugleich ein geistiges Zeugnis für die Fähigkeit des Landes zur Selbstbesinnung und Selbstkorrektur.« Praxisjournal Buch, Juli 2009

 

Manfred Henningsen, 1938 geboren, promovierte 1967 mit einer Arbeit über die Geschichtsphilosophie Toynbees; seit 1970 ist er Professor für Politische Wissenschaft an der Universität von Hawaii. Über viele Jahre hinweg publizierte er regelmäßig in der Zeitschrift »Merkur«. Zu seinen Büchern zählen »Menschheit und Geschichte« (1967) und »Der Fall Amerika« (1974).