Robert Kurz
Der Kollaps der Modernisierung

Kurz, Robert

Der Kollaps der Modernisierung

Vom Zusammenbruch des Kasernen-Sozialismus zur Krise der Weltökonomie

antiquarisch suchen

»Soviel Ende war nie.« Mit diesem Satz beginnt eine furiose Analyse der Weltökonomie am Ende des 20. Jahrhunderts. Und was niemand mehr für möglich gehalten hätte: die theoretische Keimzelle, aus der Robert Kurz seine Auseinandersetzung entwickelt, ist die politische Ökonomie eines gewissen Karl Marx, geboren 1818 in Trier und zum wiederholten Mal beerdigt in den Jahren 1989/91.
Es ist verblüffend zu sehen, welche analytische Kraft nach wie vor in diesem Konzept steckt, wenn ein überlegener Kopf damit arbeitet – was allerdings in den letzten Jahrzehnten kaum vorgekommen ist. Kurz jedenfalls wendet es nicht nur auf den Kapitalismus an, sondern mit derselben Entschiedenheit auf die Regimes der Zweiten und Dritten Welt. Und siehe da – nicht nur auf das Ende des »real existierenden Sozialismus« fällt plötzlich ein neues Licht, sondern auch auf seine Zerfallsprodukte.
Was Robert Kurz vorbringt, ist von größter Aktualität – ob es um den Aufstieg Japans und die Wiedervereinigung Deutschlands geht oder um Schuldenkrisen und Börsenkräche. Doch seine Tiefenschärfe gewinnt das Buch daraus, daß es den Prozeß der Modernisierung insgesamt ins Auge faßt. In dieser Sicht erscheint die Arbeiterbewegung als Fossil und der Triumph der Marktwirtschaft als Illusion.

Robert Kurz, geboren 1943, lebt in Nürnberg. Er gibt, zusammen mit drei Mitarbeitern, die Erlanger Zeitschrift Krisis heraus. Im Frühjahr 1991 erschien seine Streitschrift Honeckers Rache. Zur politischen Ökonomie des wiedervereinigten Deutschland.