Claudia Schittek
Der Irrgarten

Schittek, Claudia

Der Irrgarten

Ein Buch voller Rätsel

antiquarisch suchen

»Flog ein Vogel federlos... «
Rätsel gehörenwie Zaubersprüche und Sagen, zur ältesten Überlieferung der Menschheit. »Heute aber«, sagt Claudia Schittek, »sind sie fremder als je; sind sie doch gerade diejenigen Formen der Sprache, die, zunächst einmal, keine Mitteilung zu machen haben, die zu nichts taugen, die nicht kommunikativ und effizient sind, sondern aus Prinzip bockig, unsinnig, unmöglich, irreführend, anders und sind doch seit Jahrhunderten geduldet und sogar gepflegt worden.«
Über 700 dieser widerspenstigen, magischen, fremdartigen Gebilde hat Claudia Schittek aus vielen Quellen gesammelt, getreu einem Motto von Theodor W. Adorno: »Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht verstehen.«
Und es sind manche darunter, an denen man sich die Zähne ausbeißen kann, zum Beispiel: »Ein Nagel hält ein Eisen, ein Eisen ein Pferd, ein Mann ein Schloß, ein Schloß ein Land.« Niemand hat die Lösung gefunden. Für fast alle anderen hingegen ist der Schlüssel im Anhang zu finden.
Zu dem Vergnügen, sich in diesem Irrgarten zu verlieren, tragen auch die Illustrationen bei. Es sind Holzschnitte aus dem Jahre 1565. Unbekannt ist nicht nur der Künstler. Die Bilder haben bisher auch allen Versuchen widerstanden, sie zu entschlüsseln. Auch bei ihnen also handelt es sich um ungelöste Rätsel.

Claudia Schittek, geboren 1951, studierte Literatur- und Religionswissenschaften in Tübingen und Berlin, arbeitete lange Jahre in Italien und lebt heute in Andernach . Ein großer Essay von ihrer Hand, der dem Rätsel der Rätsel auf die Spur zu kommen sucht, ist 1989 bei Hanser in München erschienen: Flog ein Vogel federlos. Was uns die Rätsel sagen.