Gustav von Schlabrendorf
Anti-Napoleon

Schlabrendorf, Gustav von

Anti-Napoleon

Mit einem Dossier über den grossen Verschollenen

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»Diese Schrift«, schrieb ein berühmter Rezensent, »wird viele Leser finden, die sie auch verdient.« Goethe, denn er war es, hat Unrecht behalten. »Das berühmte Buch Napoleon Bonaparte und das französische Volk unter seinem Copnsulate, welches zu seiner Zeit am trüben politischen Himmel wie ein Lichtmeteor erschien«, ist seitdem nie wieder gedruckt worden.
Schon die erste Ausgabe hatte ein merkwürdiges Schicksal. Sie erschien anonym und trug den Vermerk: Germanien, im Jahr 1804. Der Verleger Campe mußte vor der Zensur auf der Hut sein.
Schlabrendrofs Abrechnung mit Napoleon war einzigartig, denn sie ist gänzlich frei von chauvinistischen und reaktionären Zügen. Sie kann als das früheste Beispiel einer radikalen demokratischen Kritik an Diktatur und Personenkult, Zentralismus und totaler Herrschaft gelten. Eine weitere Zuspitzung erfuhr die Argumentation des »Diogenes von Paris« in dem Pamphlet Sendschreiben an Bonaparte, dessen Abdruck einer Neuentdeckung gleichkommt.

Gustav von Schlabrendorf, 1750 in Stettin geboren, emigrierte 1783 nach England, ging 1789 nach Paris und wurde Augenzeuge der Französischen Revolution. Er war, wie Varnhagen sagt, »mit einer unglaublichen Geschichts- und Weltkenntnis ausgerüstet« und »sprach schafsinnig, ja prophetisch über die politischen Gegenstände«. Der Guillotine ist er nur um Haaresbreite entkommen. Er starb verarmt und halb vergessen 1824 in Batignole.